Warnwestenpflicht

Ein Verkehrsunfall oder eine Panne gehören zu den Dingen, auf die jeder Kfz-Fahrer am liebsten verzichten würde, erst Recht auf der Autobahn. Nicht nur, dass schlimmstenfalls hohe Kosten auf den Fahrer zukommen – eine derartige Verkehrssituation birgt auch stets eine Gefahr sowohl für den Fahrzeugführer selbst als auch für andere Verkehrsteilnehmer, da das Risiko besteht, in das verunfallte oder liegengebliebene Kfz reinzufahren. Daher sind laut Gesetzgeber bei einem Unfall oder einer Panne Sofortmaßnahmen vorgeschrieben, um die Verkehrssicherheit möglichst nicht zu gefährden. So muss der Fahrer das Fahrzeug möglichst weit am nächstgelegenen Fahrbahnrand abstellen und die Warnblinkanlage einschalten. Anschließend muss er die Warnweste anlegen und in angemessenem Abstand das Warndreieck aufstellen, um den nachfolgenden Verkehr auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen. Durch das Tragen der Warnweste wird der Fahrer von anderen Verkehrsteilnehmern leichter gesehen, sodass diese entsprechend ihre Fahrweise anpassen können. Die Warnweste ist daher sowohl für die eigene als auch für die Verkehrssicherheit unerlässlich.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Keine Warnweste innerhalbs Deutschlands mitgeführt

15€

-

Keine Warnweste im Lkw vorhanden

15€

-

Gemäß Vorgaben der Berufsgenossenschaft Warnkleidung nicht mitgeführt und/oder nicht getragen

ab 5€

-

Warnwestenpflicht: Bußgelder bei Verstößen

Eine Missachtung der Warnwestenpflicht zieht ein Bußgeld nach sich. Wer entgegen der Vorschriften keine Warnweste mit sich führt, wird mit 15 Euro zur Kasse gebeten. Bei einem Verstoß gegen die Warnwestenpflicht bei gewerblich genutzten Fahrzeugen droht ein zusätzliches Verwarngeld von mindestens 5 Euro der Berufsgenossenschaft.

Bußgeldkatalog für Warnwestenpflicht

Bußgeldkatalog für Warnwestenpflicht Lkw

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Warnwestenpflicht: was schreibt der Gesetzgeber vor?

Die Warnweste gehört zu Warneinrichtung eines Kraftfahrzeuges. § 53a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) schreibt das Mitführen einer Warnweste verpflichtend vor. 

(2) In Kraftfahrzeugen […] müssen mindestens folgende Warneinrichtungen mitgeführt werden: […] in Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibussen: eine Warnweste. (§ 53a Abs. 2 StVZO)

Grundsätzlich muss sich in jedem Kfz nur eine Warnweste befinden, unabhängig davon, wie viele Personen im Fahrzeug mitfahren. Für die Verkehrssicherheit sollten jedoch stets mehrere Warnwesten mitgeführt werden, sodass sich im Notfall alle Fahrzeuginsassen eine Warnweste überziehen können. Damit Fahrer und Mitfahrer die Warnwesten möglichst schnell zur Hand haben, sollten diese greifbar sein und zum Beispiel im Handschuhfach oder in den Seitenfächern der Fahrzeugtüren liegen.

Norm einer Warnweste

Die Warnweste muss die EU-Richtlinien erfüllen und der Norm DIN EN 471 entsprechen. Demnach muss die Warnweste sowohl mit durchgehenden reflektierenden Streifen, die mindestens 5 cm breit sind, als auch mit Klettverschluss ausgestattet sein. Die Farbe der Warnweste ist ebenfalls vorgeschrieben: gelb, rot oder orange. Warnwesten, die nicht dieser Norm entsprechen, sind unzulässig und dürfen im Straßenverkehr nicht verwendet werden.

Warnwestenpflicht: Besonderheiten für Lkw-Fahrer

Für Lkw bzw. Lkw-Fahrer sieht der Gesetzgeber eine Sonderregelung zur Warnwestenpflicht vor. So gelten für gewerblich genutzte Lastkraftwagen nicht nur die Vorschriften gemäß § 53a (StVZO), sondern auch die Regelungen der Unfallverhütungsvorschrift Fahrzeuge (DGUV Vorschrift 70). § 31 schreibt das Mitführen mindestens einer Warnweste im Lkw vor. Bei zwei Fahrzeuginsassen müssen sich entsprechend zwei Warnwesten im Lastkraftwagen befinden.

Regelungen im Ausland

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland sind Fahrzeugführer dazu verpflichtet, mindestens eine Warnweste mitzuführen. In manchen Ländern ist dabei das Tragen der Warnweste beim Verlassen des Kfz ebenfalls Pflicht. Verstöße werden mit einem Bußgeld geahndet. Allerdings sind sowohl die gesetzlichen Vorschriften als auch die Höhe der Bußgelder nicht einheitlich festgelegt, sondern von Land zu Land verschieden. Steht eine Urlaubsreise an, sollten sich Betroffene daher im Vorfeld erkundigen, welche Vorschriften im entsprechenden Land zur Warnwestenpflicht gelten.

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Warnwestenpflicht: Erhöhung der Verkehrssicherheit

Die Warnweste ermöglicht schon aus größerer Entfernung eine bessere Sichtbarkeit des Fahrers für andere Verkehrsteilnehmer. Diese können dann ihr Fahrverhalten der Situation anpassen und beispielsweise die Geschwindigkeit reduzieren. Gerade bei einer Panne oder einem Unfall auf der Autobahn trägt die Warnweste erheblich zur Verkehrssicherheit bei, da das Nichtsehen des Fahrers wegen der hohen Geschwindigkeiten besonders schwerwiegende Folgen haben kann. Das Nichttragen einer Warnweste kann in verschiedenen Situationen zu Unfällen führen, beispielsweise bei einem Reifenwechsel am Fahrbahnrand oder beim Aufstellen des Warndreiecks. 

In Deutschland muss in jedem Pkw, Lkw und Bus mindestens eine Warnweste mitgeführt werden, denn seit Juli 2014 gilt die sogenannte Warnwestenpflicht. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen der Mitführpflicht und der Tragepflicht einer Warnweste. Das Mitführen einer Warnweste ist verpflichtend vorgeschrieben, das Tragen einer Warnweste hingegen nicht. Der Gesetzgeber verlässt sich dabei auf das Verantwortungsgefühl der Fahrer und Fahrzeuginsassen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bzw. dem Straßenverkehr.

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