Verkehrsunfall beim Verkehrssicherheitstraining

Die Straße ist für den Verkehrsteilnehmer ein “gefährliches Pflaster”. Egal wie vorsichtig man fährt und wie viel Rücksicht man auf andere Verkehrsteilnehmer nimmt, besteht immer die Gefahr eines Unfalls. Daher sind viele Autofahrer auch Jahre nach dem Führerscheinerwerb beim Führen eines Kraftfahrzeuges unsicher, erst Recht, wenn sie wenig fahren und entsprechend wenig Fahrpraxis haben. Um Sicherheit zu gewinnen und um vorausschauendes Fahren zu üben, können Kfz-Fahrer in Fahrsicherheitszentren an einem sogenannten Fahrsicherheitstraining teilnehmen.

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Wozu dient das Fahrsicherheitstraining und wer darf es durchführen?

Bild von einem Krankenwagen

Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, während eines Fahrsicherheitstrainings, ist durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen sehr gering.

Dieses Training unter Anleitung soll dem Kfz-Fahrer zunächst einmal die Fähigkeit vermitteln, typische Gefahrensituationen im Verkehr rechtzeitig zu erkennen bzw. vorauszusehen, um so Unfälle möglichst zu vermeiden. Es geht also darum, vorausschauend zu fahren. Dann hat das Fahrsicherheitstraining zum Ziel, in einer trotzdem eingetretenen Gefahrensituation angemessen, das heißt ruhig und gezielt zu reagieren – die richtige und sichere Beherrschung des Fahrzeugs auch unter Stress ist von entscheidender Bedeutung. Dieses spezielle Training darf nur von extra ausgebildeten Personen geleitet werden; die entsprechende Ausbildung muss vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) anerkannt sein. Das Fahrsicherheitstraining wird unter anderem von der Verkehrswacht und vom ADAC angeboten. Trainiert wird im Allgemeinen mit dem eigenen Fahrzeug. Formelle Voraussetzungen für einen solchen Kurs sind natürlich ein Führerschein sowie eine Kfz-Haftpflicht- oder Vollversicherung. Da in einem solchen Kurs ganz bewusst auch Extremsituationen trainiert werden, können auch hier Unfälle passieren.

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Unfall beim Fahrsicherheitstraining – was tun?

Da Autofahrer durch Fahrsicherheitstrainings Routine beim Führen eines Kraftfahrzeuges gewinnen sollen, sind die Sicherheitsvorkehrungen in Fahrsicherheitszentren äußerst hoch. So ist die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls bei einem Fahrsicherheitstraining sehr gering. Dennoch gibt es keine hundertprozentige Garantie dafür, dass ein Unfall tatsächlich nicht passiert. Doch wie muss man sich nach einem Unfall bei einem Fahrsicherheitstraining verhalten? Grundsätzlich gilt hier dasselbe wie bei einem “normalen” Verkehrsunfall auf der Straße. Das heißt:

  • Absicherung der Unfallstelle
  • bei Personenschäden Rettungsdienst und Polizei informieren und Erste Hilfe leisten
  • Dokumentation des Unfallhergangs
  • Benachrichtigung der Versicherung

Ist bei dem Unfall “nur” Blechschaden entstanden, besteht allerdings keine Pflicht, zur Ermittlung des Unfallherganges die Polizei zu informieren. Denn bei einem Fahrsicherheitstraining können in der Regel genügend Personen den Unfallhergang bezeugen. Sinnvoll ist das Hinzuziehen der Polizei zur Unfallaufnahme jedoch, wenn sich die Beteiligten über den Unfallhergang nicht einig sind.

Schadensregulierung nach einem Unfall beim Fahrsicherheitstraining

Grundsätzlich dürfen Fahrer nur dann ein Fahrsicherheitstraining absolvieren, wenn sie eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung oder Kfz-Vollversicherung haben. 

Da die Teilnahme an einem solchen Training mit besonderen Risiken verbunden ist, die im „normalen“ Fahralltag nicht bestehen und dementsprechend in der Regel auch nicht versichert sind, gibt es die Möglichkeit, zusammen mit dem Kurs einen Haftungsausschluss und/oder eine Vollkaskoversicherung dazu zu buchen. Dadurch entfällt – im Falle eines Unfalls mit Haftungspflicht – die sonst fällige Beitragserhöhung durch die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Kosten hierfür richten sich naturgemäß nach Fahrzeugtyp und Selbstbeteiligung und bewegen sich etwa zwischen 15 und 30 Euro. Die Möglichkeiten oder auch die Verpflichtung zu solch einer zusätzlichen Versicherung sind von Kurs zu Kurs bzw. Anbieter zu Anbieter verschieden. Bei einem Unfall während des Fahrsicherheitstrainings kommt – wie sonst auch – für Schäden am anderen Fahrzeug die Haftpflichtversicherung, für Schäden am eigenen Fahrzeug die Kaskoversicherung auf.

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