Verbandskastenpflicht

Ein Verkehrsunfall mit verletzten Personen ist ein Horrorszenario, doch glücklicherweise für die meisten Verkehrsteilnehmer nicht alltäglich. Wer dennoch Zeuge eines Unfalls wird oder in diesen als Beteiligter verwickelt ist, ist dazu verpflichtet, sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um verletzte Personen zu kümmern und – falls möglich – erste Hilfe zu leisten. Damit Unfallopfer so gut wie möglich versorgt werden können, ist es erforderlich, die entsprechenden Verbandsmaterialien, beispielsweise Wundkompressen, Pflaster oder Verbände, zur Hand zu haben. Aus diesem Grund besteht die Pflicht, im Fahrzeug einen Verbandskasten mitzuführen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

kein Erste-Hilfe-Material mitgeführt

...in Kraftomnibussen

15€

...in anderen Kraftfahrzeugen

5€

als Fahrzeughalter zugelassen oder angeordnet, dass kein Erste-Hilfe-Material mitgeführt wird

...in Kraftomnibussen

25€

...in anderen Kfz

10€

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Sanktionen bei einem Verstoß gegen die Verbandskastenpflicht

Wer gegen die Verbandskastenpflicht verstößt und keinen Erste-Hilfe-Kasten im Fahrzeug hat, muss mit einem Bußgeld rechnen. Abhängig davon, ob man einen Bus oder ein anderes Fahrzeug führt, fällt das Bußgeld unterschiedlich hoch aus. Während Busfahrer 15 Euro zahlen müssen, haben Kfz-Fahrer anderer Fahrzeuge ein Verwarngeld von 5 Euro zu erwarten. Der Gesetzgeber bestraft nicht nur den Fahrer, sondern auch den Fahrzeughalter, wenn dieser wissentlich die Inbetriebnahme seines Kfz zulässt, ohne dass ein Verbandskasten mitgeführt wird. Das Bußgeld ist minimal höher und liegt bei 10 Euro bzw.

25 Euro.

Bußgeldkatalog für Verbandskastenpflicht

Verbandskasten nicht gültig oder unvollständig? – Mangel beim TÜV

Ein nicht zulässiger Verbandskasten kann den Fahrzeughalter vor Schwierigkeiten bei der Hauptuntersuchung (HU) stellen. Dies ist der Fall, wenn der Verbandskasten nicht die Norm DIN 13 164 erfüllt oder das Haltbarkeitsdatum des Verbandskasten abgelaufen ist. Ein unzulässiger Verbandskasten stellt bei der HU (umgangssprachlich TÜV) einen geringen Mangel dar, der auf dem TÜV-Prüfbogen vermerkt wird. Das Fahrzeug erhält zwar die Prüfplakette, der Fahrzeughalter muss allerdings den Verbandskasten umgehend austauschen. Tut er dies nicht, riskiert er ein erhöhtes Bußgeld.

Gesetzliche Vorschriften zur Verbandskastenpflicht

 

Bild von einem Verbandskasten

In einem Verbandskasten sollte Folgendes enthalten sein: Heftpflaster, Wundschnellverbände, Kompressen, Einmalhandschuhe, etc.

Die gesetzlichen Regelungen zur Verbandskastenpflicht bestimmt § 35h der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Demnach muss sich in jedem Kraftfahrzeug ein Verbandskasten der Norm DIN 13 164 befinden. Busse, die für mehr als 22 Fahrgäste ausgelegt sind, müssen zwei Verbandskästen mitsichführen, die “an den dafür vorhergesehenen Stellen untergebracht sein [müssen]”. Die Verbandskastenpflicht gilt  hingegen nicht für Motorräder. Allerdings sollten auch Motorradfahrer einen Verbandskasten bei sich haben, um im Notfall erste Hilfe leisten zu können. Damit das Verbandsmaterial steril und sauber bleibt, darf es weder mit Staub und Feuchtigkeit noch mit Kraft- und Schmierstoffen in Berührung kommen; entsprechend muss der Verbandskasten beschaffen sein (§ 35h StVZO). 

Die Verbandskastenpflicht gilt nahezu europaweit.

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Hat der Verbandskasten ein Haltbarkeitsdatum?

Verbandskästen bzw. das Verbandsmaterial sind nur für eine bestimmte Zeit haltbar und haben entsprechend ein Haltbarkeitsdatum. Hierbei gibt es allerdings eine rechtliche Grauzone. Bei nicht vorschriftsmäßigem Mitführen des Verbandskastens droht zwar grundsätzlich ein Bußgeld, etwa bei abgelaufenem Haltbarkeitsdatum. Allerdings ist nicht die Haltbarkeit des Verbandskasten maßgeblich, sondern vielmehr die Haltbarkeit des Verbandsmaterials. Ist das Verbandsmaterial in regelmäßigen Abständen ausgetauscht worden und entsprechend nicht angelaufen, ist bei einem Bußgeldbescheid infolge eines abgelaufenen Verbandskasten daher gegebenenfalls ein Einspruch möglich

Bei abgelaufenem Verbandsmaterial besteht die Gefahr, dass dieses nicht mehr steril ist. Deswegen müssen Kompressen, Pflaster, Verbände & Co. bei Überschreitung des Haltbarkeitsdatums gegen neues Verbandsmaterial ausgetauscht werden. Wurde dem Erste-Hilfe-Kasten zur Versorgung verletzter Personen Verbandsmaterial entnommen, muss dieses umgehend wieder aufgefüllt werden. Die entsprechenden Produkte gibt es in der Regel in der Apotheke.

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