Tier überfahren

Im Straßenverkehr gibt es für Kfz-Fahrer einige Schreckensszenarien, die für Aufregung sorgen. Dazu zählt zum Beispiel ein Falschfahrer auf der Autobahn, der einem auf der eigenen Fahrspur entgegenkommt. Oder ein Kind, das plötzlich zwischen parkenden Fahrzeugen “hervorgeschossen” kommt und auf die Straße läuft. Aber auch das unerwartete Auftauchen von Tieren, etwa Hunde, Katzen oder Wildtiere, auf der Fahrbahn lässt Fahrzeugführern den Schrecken durch die Glieder fahren. Der erste Impuls ist in der Regel, sofort in die “Eisen zu steigen” und eine Vollbremsung durchzuführen. Doch nicht immer kann der Fahrer einen Zusammenstoß verhindern und überfährt das Tier oder fährt es an. Wie aber hat man sich in einer derartigen Situation dann zu verhalten? Muss der Fahrer die Polizei informieren? Begeht der Fahrer eine Unfallflucht, wenn er einfach weiterfährt? Was ist zu tun, wenn es zu einem Wildunfall kommt?

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Tier überfahren – wann muss die Polizei informieren werden?

Grundsätzlich ist es nicht zwingend vorgeschrieben, die Polizei zu rufen oder den Tierhalter ausfindig zu machen, sollten zum Beispiel ein Hund oder eine Katze überfahren oder angefahren worden sein. Dies gilt aber nur, solange das verletzte Tier keine Gefahr für den rollenden Verkehr bzw. für andere Personen darstellt. In diesem Fall muss der Fahrer die Warnblinkanlage einschalten und die Polizei informieren. Eine Gefährdung resultiert dabei nicht nur, wenn das Tier auf der Straße liegen bleibt, sondern zum Beispiel auch, wenn es verwundet wird, flüchtet und unter Umständen aggressiv wird.

Wildunfall – welche Maßnahmen sind zu ergreifen?

Bild von einer schöafenden Katze

Grundsätzlich ist es nicht zwingend vorgeschrieben, die Polizei zu rufen oder den Tierhalter ausfindig zu machen, doch dies sollte trotzdem zum Schutz des Tieres und des Verkehrs getan werden.

Nach einem Wildunfall hingegen sind die gleichen Sofortmaßnahmen zu ergreifen wie bei einem Unfall mit einem anderen Fahrzeug. Das heißt, der Fahrer muss zur Absicherung der Unfallstelle die Warnblinkanlage einschalten, die Warnweste anziehen und das Warndreieck aufstellen. Im Gegensatz zu einem Zusammenstoß mit einer Katze oder einem Hund sind bei einem Wildunfall sowohl die Polizei als auch der Jagdpächter über den Unfall in Kenntnis zu setzen; auch dann, wenn das Wildtier verletzt weggelaufen ist. Zur eigenen Sicherheit ist es unbedingt zu unterlassen, sich dem angefahrenen Tier zu nähern. Denn es besteht die Möglichkeit, dass das Wildtier in Panik dem Fahrer selbst Verletzungen zufügt oder Krankheiten überträgt. Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, das Wild einfach mitzunehmen. Die Beseitigung des verletzten oder toten Tieres sollten stets Fachmänner übernehmen.

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Unfall mit einem Tier – kann der Fahrer Unfallflucht begehen?

Fährt ein Beteiligter nach einem Unfall einfach weiter, ohne die entsprechenden Maßnahmen zu treffen, begeht er eine Straftat nach dem Strafgesetzbuch (StGB), nämlich Fahrerflucht (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort). Gemäß § 142 Abs. 1 StGB wird die Tat mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet. Doch gibt es Fahrerflucht auch bei einem Unfall mit Tieren? Macht sich der Fahrer einer Unfallflucht

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