Smartwatch am Steuer

Auf den ersten Blick ist eine Smartwatch eine gewöhnliche Armbanduhr. Sie sitzt am Handgelenk und zeigt die Uhrzeit an. Doch eine Smartwatch kann weitaus mehr, als “nur” die Uhrzeit anzeigen. Sie hat unzählige Funktionen und ermöglicht es dem Nutzer zum Beispiel, seine E-Mails zu lesen oder im Internet zu surfen. Zudem kann die Smartwatch mit dem Smartphone verknüpft werden und das Mobiltelefon auf diese Weise mit der Uhr bedient werden. Die vielfältigen, praktischen Funktionen führen dabei in Versuchung, der Smartwatch – ähnlich dem Smartphone – mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als dem Geschehen um einen herum – was insbesondere im Straßenverkehr fatale Folgen nach sich ziehen kann, wenn der Fahrer nicht mehr auf den Verkehr achtet. Dabei ist die Rechtslage wohl den meisten Verkehrsteilnehmern unbekannt. Welche Regelungen schreibt das Verkehrsrecht zu Smartwatch am Steuer vor? Welche Strafen drohen bei Benutzung einer Smartwatch während der Fahrt?

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Rechtswidriges Benutzen einer Smartwatch am Steuer eines Kfz

100€

1

-

...mit Gefährdung

150€

2

1 Monat

...mit Sachbeschädigung

200€

2

1 Monat

Rechtswidriges Benutzen  einer Smartwatch am Steuer als Fahrradfahrer

55€

-

-

...mit Gefährdung

75€

-

-

...mit Sachbeschädigung

100€

-

-

Smartwatch am Steuer: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Die Nutzung elektronischer Geräte, also auch einer Smartwatch, am Steuer kann aufgrund der Ablenkung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit nach sich ziehen. Wer mit einem elektronischen Gerät am Steuer erwischt wird, hat daher empfindliche Sanktionen zu erwarten. Dabei kommt ein Verstoß nicht Kfz-Fahrer teuer zu stehen, sondern auch Radfahrer. Erstere müssen bei einer rechtswidrigen Nutzung einer Smartwatch am Steuer 100 Euro zahlen und mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei einer Gefährdung oder einer Sachbeschädigung steigen die Sanktionen an: 150 bzw. 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot. Radfahrer müssen nicht ganz so tief in die Tasche greifen, das Bußgeld ist mit 55 bis 100 Euro dennoch hoch. Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot  droht allerdings nicht. 

Bußgeldkatalog Smartwatch am Steuer für Kfz-Fahrer

Bußgeldkatalog Smartwatch am Steuer für Fahrradfahrer

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Smartwatch am Steuer – was sagt das Gesetz?

Bild von einer Smartwatch

Eine Smartwatch ist eine digitale Armbanduhr und wird ähnlich wie ein Handy bedient.

Die Smartwatch findet in Gesetzestexten keine ausdrückliche Erwähnung. Sie ist als sogenannter verkleinerter Berührungsbildschirm allerdings ein elektronischs Gerät und fällt daher unter die in § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) aufgeführten Geräte. § 23 StVO verbietet Kfz-Fahrern und Radfahrern das Bedienen eines elektronischen Gerätes mit der Hand beim Fahren. Die manuelle Nutzung eines elektronischen Gerätes per Hand ist nur erlaubt, wenn das Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist. Das Verbot umfasst Geräte zur Kommunikation, Information oder Organisation oder zur Ortsbestimmung oder Unterhaltung.

Allerdings bestimmt die StVO auch eine Ausnahme, die es erlaubt, eine Smartwatch am Steuer zu nutzen:

  • Bedienung der Smartwatch per Sprachbefehl, zum Beispiel zur Navigation
  • kurzer, zeitlich angemessener Blick auf das Gerät, wenn es die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse erlauben

Da sich die Smartwatch bereits  am Handgelenk befindet und der Fahrer sie deswegen nicht extra in die Hand nehmen muss, ist unter Berücksichtigung der genannten Einschränkungen die Nutzung beim Fahren grundsätzlich erlaubt. Der Fahrer muss jedoch immer bedenken: er darf beim Fahren die Smartwatch oder ein anderes elektronisches Gerät nicht in die Hand nehmen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Smartwatch am Steuer – was droht nach einem Verkehrsunfall?

Verursacht der Fahrer einen Unfall, weil er seine Smartwatch während der Fahrt bedient, ist der Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erfüllt. § 315b Strafgesetzbuch (StGB) sieht hierfür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Werden bei dem Unfall Personen verletzt oder gar getötet, macht sich der Unfallverursacher der fahrlässigen Körperverletzung oder der fahrlässigen Tötung schuldig. Ihm drohen gemäß § 222 StGB bzw. § 229 StGB jeweils eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe.

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen hat der Fahrer Unter Umständen auch Probleme mit der Versicherung zu befürchten. Für Fremdschäden tritt grundsätzlich die Haftpflichtversicherung ein. Die Kaskoversicherung allerdings kann die Übernahme der Schäden am Kfz des Unfallverursachers verweigern, wenn sie ein grob fahrlässiges Verhalten annimmt.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.