Schrittgeschwindigkeit

Besonders dann, wenn man im Straßenverkehr einigermaßen zügig voran kommt, ohne dass der Verkehrsfluss beispielsweise durch Stau oder stockenden Verkehr maßgeblich beeinträchtigt bzw. behindert wird, sind sie für viele Kfz-Fahrer lästig: Geschwindigkeitsbegrenzungen, die eine zulässige Höchstgeschwindigkeit vorschreiben.

Höchstgeschwindigkeiten sind durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) oder ergänzend durch Verkehrsschilder meist durch eine bestimmte Geschwindigkeitsangabe eindeutig festgelegt. So gilt zum Beispiel gemäß StVO innerhalb einer geschlossenen Ortschaft eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h; vorausgesetzt, Verkehrsschilder schreiben keine andere, niedrigere Höchstgeschwindigkeit vor.

Daneben existiert in bestimmten Fällen allerdings eine Höchstgeschwindigkeit, die zwar jedem Verkehrsteilnehmer bekannt ist, jedoch gesetzlich nicht eindeutig definiert ist: die Schrittgeschwindigkeit.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Überschreitung der Schrittgeschwindigkeit: Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung zählt nicht nur zu den am häufigsten begangenen Verkehrsverstößen, sondern auch zu den häufigsten Ursachen für (schwere) Unfälle. Entsprechend ahndet der Gesetzgeber das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mit teilweise harten Sanktionen. Abhängig von der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung erwartet den Schnellfahrer bei Nichteinhaltung der Schrittgeschwindigkeit gemäß Bußgeldkatalog ein hohes Bußgeld, Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot.

Kfz-Fahrer müssen dabei bedenken, dass zum einen eine Überschreitung der Schrittgeschwindigkeit an sich vergleichsweise schnell erreicht ist. Zum anderen ist auch eine hohe Geschwindigkeitsüberschreitung schnell erreicht – mit allen Konsequenzen, das heißt Sanktionen, die durchaus einschneidend sein können. Daher ist es ratsam sich Unterstützung bei einem Rechtsanwalt für Verkehrsrecht zu holen, um bei einem Einspruch die Sanktionen bestmöglich abzumildern – nicht zuletzt deswegen, da weder explizite gesetzliche Angaben noch eine einheitliche Rechtsprechung zur Höhe der Schrittgeschwindigkeit existieren und die Festlegung der Geschwindigkeitshöhe im Ermessen des jeweiligen Gerichts liegt.

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Was bedeutet Schrittgeschwindigkeit?

Als Schrittgeschwindigkeit wird die Laufgeschwindigkeit eines Fußgängers bezeichnet. In den Fällen, in denen Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist, dürfen Kfz- und Motorradfahrer also nur so schnell fahren wie ein Fußgänger läuft. Die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit eines Fußgängers beträgt dabei zwar 3,6 km/h (1 Meter pro Sekunde). Genau Angaben zur Schrittgeschwindigkeit in km/h durch den Gesetzgeber gibt es allerdings nicht. Ebenso ist die Rechtsprechung zur Schrittgeschwindigkeit nicht einheitlich. Gerichte urteilen unterschiedlich über die Höhe der Schrittgeschwindigkeit, nehmen allerdings in den meisten Fällen eine Geschwindigkeit bis maximal 7 km/h als Schrittgeschwindigkeit an. Es ist jedoch auch möglich, dass Gerichte als Schrittgeschwindigkeit ein höherer Wert bis 15 km/h anerkennen.

Im Sinne der Verkehrssicherheit sollten Kfz-Fahrer jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von 7 km/h als Schrittgeschwindigkeit einhalten. Grundsätzlich gilt Schrittgeschwindigkeit in Verkehrssituationen, in denen vermehrt mit einem unvorhergesehenen Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu rechnen ist und daher eine höhere Geschwindigkeit das Risiko eines Unfalls oder einer anderweitigen Gefährdung massiv erhöhen würde, zum Beispiel in einem verkehrsberuhigten Bereich. Hier müssen Fahrzeugführer erst Recht jederzeit bremsen und ihr Kfz so schnell wie möglich zum Stehen bringen können.

Im Übrigen gilt Schrittgeschwindigkeit in bestimmten Situationen auch für Fahrradfahrer, zum Beispiel in Fußgängerzonen; vorausgesetzt, das Befahren der Fußgängerzone ist grundsätzlich erlaubt.

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Wo muss Schrittgeschwindigkeit eingehalten werden?

Genaue km/h-Angaben zur Schrittgeschwindigkeit gibt es also nicht. Dafür schreibt die Straßenverkehrsordnung (StVO) jedoch Regelungen vor, in welchen Verkehrssituationen Schrittgeschwindigkeit gilt und Fahrzeuge entsprechend langsam fahren müssen. So sind Kfz-Fahrer dazu verpflichtet, Schrittgeschwindigkeit beispielsweise einzuhalten, wenn sie in verkehrsberuhigten Bereichen wie einer Spielstraße oder – falls entsprechend für Fahrzeuge freigegeben – auf Gehwegen fahren. Auch beim Vorbeifahren an mit eingeschalteter Warnblinkanlage wartenden bzw. stehenden Bussen an Haltestellen, wenn Fahrgäste aus- und einsteigen, ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben.

Daneben gibt es noch weitere Verkehrssituationen bzw. Fahrmanöver, in denen Schrittgeschwindigkeit zwar nicht vorgeschrieben, aber aufgrund eines erforderlichen erhöhten Maßes an Aufmerksamkeit empfehlenswert ist. Dazu zählt etwa das Abbiegen, das Ein- und Ausparken sowie das Rückwärtsfahren.

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