Rotlichtverstoß

Ein typisches Szenario im Straßenverkehr: Die Ampel springt von Grün auf Gelb um, also  noch einmal auf’s Gas drücken, um noch über die Ampel zu kommen… doch im letzten Moment schaltet die Lichtzeichenanlage auf Rot und schon ist es passiert: die rote Ampel ist überfahren. Viele Fahrer stellen sich dann unweigerlich die Frage, ob sie es noch “geschafft haben” oder ob die Ampel schon rot war und sie mit Konsequenzen rechnen müssen. Denn ein Rotlichtverstoß stellt eine schwerwiegende Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld, Punkten in Flensburg oder einem Fahrverbot sanktioniert wird. Dabei haben nicht nur Kfz-Fahrer eine Strafe zu befürchten. Auch Fahrradfahrern und Fußgängern drohen Konsequenzen, wenn sie über eine rote Ampel fahren bzw. gehen.  

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Über "Rot" gefahren

90€

1

-

...mit Gefährdung

200€

2

1 Monat

...mit Sachbeschädigung

240€

2

1 Monat

Über "Rot" gefahren (Bereits mehr als 1 Sekunde rot)

200€

2

1 Monat & je nach Tathergang Geldstrafe, Führerscheinentzug, Freiheitsstrafe bis 5 Jahre

...mit Gefährdung

320€

2

1 Monat & je nach Tathergang Geldstrafe, Führerscheinentzug, Freiheitsstrafe bis 5 Jahre

...mit Sachbeschädigung

360€

2

1 Monat & je nach Tathergang Geldstrafe, Führerscheinentzug, Freiheitsstrafe bis 5 Jahre

An einer Ampel mit grünem Pfeil rechts abgebogen, ohne vorher zu halten

70€

1

-

...Fußgänger- oder Fahrradverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung behindert

100€

1

-

...mit Gefährdung

100€

1

-

...Sachschaden

120€

1

-

Rotlichtverstoß: Bußgelder, Punkte, Fahrverbot

Das Strafmaß für einen Rotlichtverstoß richtet sich nach der Art des Verstoßes. Die Sanktionen bei einem einfachen Rotlichtverstoß fallen milder aus als bei einem qualifizierter Rotlichtverstoß. Dennoch kommt ein Rotlichtverstoß den Verkehrssünder grundsätzlich teuer zu stehen.

Ein einfacher Verstoß hat ein Bußgeld von 90 Euro und einen Punkt in Flensburg zur Folge. Kommt es zu einer Gefährdung oder einer Sachbeschädigung, erhöht sich die Strafe erheblich. Das Bußgeld steigt auf bis zu 240 Euro an, der Fahrer erhält zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.

Begeht der Fahrer einen qualifizierten Rotlichtverstoß, muss er tief in die Tasche greifen. Das Bußgeld liegt zwischen 200 und 360 Euro. Zusätzlich gibt es zwei Punkte und ein Fahrverbot von einem Monat. Darüber hinaus sind auch strafrechtliche Konsequenzen gemäß § 315c StGB möglich, wenn eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt.

Der Gesetzgeber sieht zudem für Fahranfänger in der Probezeit weitere Konsequenzen infolge eines Rotlichtverstoßes vor. Hierbei handelt es sich nämlich um einen A-Verstoß, der sowohl eine Verlängerung der Probezeit als auch die Teilnahmepflicht an einem Aufbauseminar zur Folge hat.

Bußgeldkatalog Rotlichtverstoß für Kfz-Fahrer

Sanktionen im Ausland

Auch in anderen Ländern steht das Überfahren einer roten Ampel unter Strafe. Andernfalls hat der Betroffene Sanktionen zu erwarten, die mitunter strenger sind als in Deutschland. Spitzenreiter beim Bußgeld ist Norwegen; hier kostet ein Rotlichtverstoß 630 Euro.

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Einfacher und qualifizierter Rotlichtverstoß

Ein Rotlichtverstoß wird grundsätzlich geahndet, da er ein potenzielles Risiko im Straßenverkehr darstellt. Doch der Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Arten des Rotlichtverstoßes, die unterschiedlich hart bestraft werden. Hierbei ist relevant, wie lange die Lichtzeichenanlage schon rot war, als der Fahrer drüber fuhr oder der Fußgänger drüber ging.

  • einfacher Rotlichtverstoß: die Ampel steht kürzer als eine Sekunde auf Rot
  • qualifizierter Rotlichtverstoß: die Ampel steht länger als eine Sekunde auf Rot

Rotlichtverstoß beim grünen Pfeil

Der grüne Pfeil erlaubt grundsätzlich das Abbiegen an einer roten Ampel. Dennoch kann der Kfz-Fahrer einen Rotlichtverstoß begehen, wenn er sich ordnungswidrig verhält. Denn zum grünen Pfeil gelten verschiedene Verkehrsregeln. So müssen Fahrer vor dem Abbiegevorgang an der Haltelinie stehen bleiben und auf den Verkehr achten. Nur wenn eine Behinderung und eine Gefährdung andere Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist, darf der Fahrer abbiegen. Das Bußgeld bei einem Verstoß beträgt 70 bis 120 Euro. Zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg.

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Rotlichtverstoß: Konsequenzen für Fahrradfahrer und Fußgänger

 

Wie bei Kfz-Fahrern besteht auch bei Fahrradfahrern ein Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Rotlichtverstoß. Wer mit dem Zweirad über eine rote Ampel fährt, muss mit mindestens 60 Euro Bußgeld rechnen. Die höchste Geldbuße liegt bei 180 Euro. In jedem Fall kassiert der Verkehrssünder dazu einen Punkt in Flensburg. Auch Konsequenzen für den Führerschein bzw. die Fahrerlaubnis sind möglich, wenn etwa eine zu hohe Anzahl an Punkten erreicht ist.

Bußgeldkatalog Rotlichtverstoß für Fahrradfahrer

Auch Fußgänger werden zur Kasse gebeten, wenn sie über eine rote Ampel gehen. Da die von Fußgängern ausgehende potenzielle Gefahr vergleichsweise niedrig ist, ist auch das Bußgeld gering. Ein Rotlichtverstoß kostet 5 bzw. 10 Euro (bei einem Unfall). Allerdings: Werden Fußgänger wiederholt als Rotlichtsünder überführt, drohen Punkte in Flensburg und sogar ein Führerscheinentzug.

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Wie werden Ampeln überwacht?

Lichtzeichenanlagen werden auf unterschiedliche Weise überwacht, um Rotlichtverstöße zu  ahnden: mobil oder stationär.

  • mobile Überwachung: das Ordnungsamt oder die Polizei kontrolliert vor Ort die Ampel, zum Beispiel mithilfe einer Videoanlage. Betroffene Fahrer werden direkt aus dem Verkehr gezogen und zur Identifizierung die Personalien aufgenommen.

  • stationäre Überwachung: mit der Ampel verbundene Radarfallen (umgangssprachlich “Blitzer”) hinter der Kreuzung aktivieren sich, sobald die Ampel rot wird. Zwei Induktionsschleifen, die zwischen Haltelinie und Ampel angebracht sind, erfassen ein Fahrzeug, wenn dieses drüberfährt – während der Rotphase der Ampel wird dann geblitzt.

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Hilfe eines Anwalts nach einem Rotlichtverstoß

Ein Rotlichtverstoß kann einschneidende Konsequenzen nach sich ziehen, entsprechend sollte ein Bußgeldbescheid nicht einfach hingenommen werden. Es ist empfehlenswert, Einspruch einzulegen und sich diesbezüglich von einem auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen. Mithilfe des Juristen können gegebenenfalls sowohl das Bußgeld als auch Punkte oder das Fahrverbot abgewendet werden. Es gibt verschiedene Anhaltspunkte, einen Bußgeldbescheid nach einem Rotlichtverstoß anzufechten, beispielsweise technischbedingte Fehler bei der Messung oder die Qualität der Blitzerfotos. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Blitzer durch einen Defekt versehentlich bei einer grünen Ampel auslöst. Auch die persönliche Situation des Fahrers ist von Bedeutung, um gegen ein Fahrverbot vorzugehen. Ist durch ein Fahrverbot etwa die Arbeitsstelle in Gefahr, würde ein Fahrverbot eine unzumutbare Härte darstellen. Ein erfahrener Anwalt kennt mögliche Fehlerquellen genau und kann je nach Einzelfall entsprechend eine bestmögliche Verteidigungsstrategie erarbeiten.

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