Nebelschlussleuchte

Dunkelheit, dichter Nebel, heftiger Regen, verschmutzte Fahrbahn – und dann noch vorausfahrende Fahrzeuge, deren Rücklichter mehr “Funzeln” als Schweinwerfer sind. Die Gefahr, den Vordermann nicht oder zu spät zu sehen, wird dann groß – ebenso die Gefahr, selbst nicht rechtzeitig vom Hintermann gesehen zu werden. Bei starkem Nebel ist die Sichtweite oft kürzer als der Bremsweg – zumal der bei nasser oder glitschiger Fahrbahn länger ist als üblich. Für solche Verkehrssituationen ist die Nebelschlussleuchte da, die als besonders helle Lampe am Heck des Autos bis zu 20mal heller leuchtet als die gewöhnlichen Schlussleuchten und daher viel früher und sicherer zu erkennen ist.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Nebelschlussleuchte bei einer Sichtweite von über 50 Metern angeschaltet

20€

...mit Gefährdung

25€

...mit Unfall

35€

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Was ist die Nebelschlussleuchte?

Die Nebelschlussleuchte ist eine besonders helle Rückleuchte am Kraftfahrzeug, die zur Sichtbarkeit des Kfz bei dichtem Nebel dient. Damit das Fahrzeug bei schlechter Sicht bestmöglich beleuchtet ist, strahlt die Nebelschlussleuchte bis zu 20 Mal stärker als die anderen Rückleuchten. Die Nebelschlussleuchte darf allerdings nicht beliebig eingeschaltet werden. Vielmehr unterliegt die Nutzung der Nebelschlussleuchte genauen Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Dabei zählt die Nebelschlussleuchte seit Januar 1991 zur verpflichtenden Ausstattung von Fahrzeugen, die mindestens 60 km/h fahren können. Für Kraftfahrzeuge mit einem Zulassungsdatum vor dem 1. Januar 1991 ist eine Nebelschlussleuchte keine Pflicht. Ein nachträglicher Einbau ist allerdings empfehlenswert.

Ist die Nebelschlussleuchte eingeschaltet, muss im Armaturenbereich eine gelbe Kontrollleuchte aufleuchten. Das entsprechende Symbol der Kontrollleuchte bzw. der Nebelschlussleuchte besteht aus einem Halbkreis mit einer rechts danebenliegenden senkrechten Schlangenlinie, die von drei waagrechten Strichen durchkreuzt wird. Für gewöhnlich ist Nebelschlussleuchte – wie andere Leuchten (beispielsweise Abblendlicht oder Standlicht) auch – über den Hauptschalter für die Beleuchtungseinrichtung einzuschalten.

Wann darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden?

Die Nutzung der Nebelschlussleuchte ist gesetzlich geregelt. § 17 der Straßenverkehrsordnung (StVO) bestimmt, unter welchen Bedingungen die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden darf; nämlich nur dann, wenn der Fahrer aufgrund Nebel unter 50 m weit sieht. 

(3) […] Nebelschlussleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt. (§ 17 Abs. 3 StVO)

Häufig ist die Sichtweite allerdings schwer einzuschätzen. Wann beträgt sie weniger als 50 Meter? Als Orientierung dienen dem Fahrer die Markierungspfosten am Fahrbahnrand. Sowohl auf Autobahnen als auch auf anderen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften stehen die Pfosten in der Regel in einem 50 m-Abstand. Die Sichtweite beträgt weniger als 50 m, wenn für den Fahrzeugführer der in Fahrtrichtung nächstgelegene Markierungspfosten nicht sichtbar ist. Zu beachten ist, dass in diesem Fall eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt.

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Sanktionen bei ordnungswidriger Nutzung der Nebelschlussleuchte

Wer gegen die StVO verstößt und die Nebelschlussleuchte einschaltet, obwohl die Sichtweite mehr als 50 m beträgt, hat ein Bußgeld zu erwarten. Der Bußgeldkatalog bittet mit mindestens 20 Euro zur Kasse. Bei einer Gefährdung oder einem Unfall infolge der rechtswidrigen Nutzung der Nebelschlussleuchte muss der Verkehrssünder etwas tiefer in die Tasche greifen: 25 bzw. 30 Euro werden fällig.

Bußgeldkatalog für Nebelschlussleuchte

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Wie muss die Nebelschlussleuchte eingebaut sein?

Neben der Nutzung gelten auch für den Einbau der Nebelschlussleuchte Vorschriften, die in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verankert sind. Gemäß § 53d StVZO muss jedes Kraftfahrzeug, das eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h erreicht, mit mindestens einer Nebelschlussleuchte ausgestattet sein. Auch für Anhänger ist eine Nebelschlussleuchte Pflicht. Die Nebelschlussleuchte muss rotes Licht abstrahlen und auf einer Höhe zwischen 250 mm und 1.000 mm über der Fahrbahn verbaut sein. Darüber hinaus schreibt die StVZO auch die gelben Kontrollleuchten bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte vor. 

Die Fahrzeugbegrenzung muss auch bei eingeschalteter (sehr heller) Nebelschlussleuchte  für die nachfolgenden Kfz erkennbar sein, damit diese die Fahrzeugumrisse erkennen zu können. Außerdem darf die Nebelschlussleuchte nicht allein leuchten können, sondern nur in Verbindung mit Fernlicht, Abblendlicht, Nebelscheinwerfer oder einer Kombination dieser Lichter.

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