Lichtzeichenanlage

Die verkehrsrechtlichen Vorschriften in ihrer Hülle und Fülle sind für viele Autofahrer kaum überschaubar und ein Graus. Dennoch sind sie unerlässlich, um einen sicheren und ungestörten Verkehrsfluss zu gewährleisten. Dabei sollen außer den allgemeinen Verkehrsregeln auch Verkehrsschilder (auch als Verkehrszeichen bezeichnet) und Verkehrseinrichtungen die möglichst sichere Teilnahme am Straßenverkehr gewährleisten.  Zu den Verkehrseinrichtungen zählt die Lichtzeichenanlage. Hiervon gibt es mehrere Arten mit verschiedenen Funktionen: die Verkehrsampel (offiziell als Wechsellichtzeichen bezeichnet), das Dauerlichtzeichen und die Lichtzeichenanlage am Bahnübergang. Grundsätzlich haben Lichtzeichenanlagen Vorrang gegenüber Vorfahrtsregeln und Verkehrszeichen. Darüber hinaus ist im Abstand von bis zu zehn Metern vor einer Lichtzeichenanlage das Halten verboten, wenn hierdurch der Blick auf die Anlage verdeckt wird. (§ 37 Abs. 1 StVO)

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Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Rote Ampel überfahren

90€

1

-

...mit Gefährdung

200€

2

1 Monat

...mit Sachschaden

240€

2

1 Monat

Rote Ampel überfahren (Ampel war länger als 2 Sekunde rot)

200€

2

1 Monat und je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
...mit Gefährdung

320€

2

1 Monat und je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre

...mit Sachschaden

360€

2

1 Monat und je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre

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Sanktionen bei Missachtung der Lichtzeichenanlage

Wer die Signale einer Lichtzeichenanlage ignoriert, muss gegebenenfalls mit empfindlichen Sanktionen rechnen. So stellt das Missachten des Rotlichtes einer Verkehrsampel einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) dar, der mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet wird. Unter Umständen droht zusätzlich ein Fahrverbot.

Der Gesetzgeber unterscheidet zwei Arten eines Rotlichtverstoßes: einen einfachen und einen qualifizierten Rotlichtverstoß.

  • einfacher Rotlichtverstoß: die Ampel war weniger als eine Sekunde rot
  • qualifizierter Rotlichtverstoß: die Ampel war länger als eine Sekunde rot

Die Missachtung der Dauerlichtzeichen, zum Beispiel auf Autobahnen (rote gekreuzte Schrägbalken) wird als einen einfachen Rotlichtverstoß gewertet und entsprechend geahndet.

Verkehrsampel

Jeder Verkehrsteilnehmer kennt sie, aber unter dem Begriff “Lichtzeichenanlage” ist sie kaum bekannt: die Verkehrsampel. Dabei ist die Ampel, offiziell Wechsellichtzeichen genannt, die am weitesten verbreitete Lichtzeichenanlage. Die Ampel dient zur Vorfahrtsregelung an Kreuzungen und Einmündungen. Verschiedene Lichtsignale geben dabei in einer festgelegten Farbfolge vor, wann Kfz-Fahrer, Radfahrer und Fußgänger fahren bzw. gehen dürfen oder warten müssen. Die Lichtsignale bzw. deren Farbfolge ist in § 37 StVO gesetzlich geregelt. Demnach werden zwei Farbfolgen voneinander unterschieden, je nachdem ob die Ampel von Rot auf Grün oder von Grün auf Rot springt.

  • Rot auf Grün: Farbfolge Rot – Rot und Gelb (gleichzeitig) – Grün
  • Grün auf Rot: Grün – Gelb – Rot

Das rote Lichtsignal befindet sich oben, das gelbe in der Mitte und das grüne unten.

Die Lichtsignale haben jeweils eine eigene Funktion und bestimmen, wie sich Verkehrsteilnehmer zu verhalten haben:

  • Grün gibt den Verkehr frei, Kfz-Fahrer, Radfahrer und Fußgänger dürfen sich in Bewegung setzen
  • steht die Ampel auf Gelb, müssen Verkehrsteilnehmer “vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten”
  • Rot schreibt vor, dass Verkehrsteilnehmer stehen bleiben und vor der Kreuzung halten müssen

Eine besondere Regelung gilt bei einem grünen Pfeil an einer Lichtzeichenanlage. Der grüne Pfeil gibt den Verkehr auch bei einer roten Ampel in die vorgegebene Richtung (im Allgemeinen nach rechts) frei und erlaubt Fahrern, abzubiegen (§ 37 Abs. 2 StVO).

Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kfz-Fahrer, sind generell auch bei grüner Ampel dazu verpflichtet, vorsichtig und aufmerksam zu sein. Denn eine Gefährdung muss grundsätzlich ausgeschlossen sein.

Verkehrszeichen, die auf eine kommende Ampel hinweisen

Nicht immer ist eine Ampel einsehbar. Befindet sich diese beispielsweise hinter einer Kurve, hat der Fahrer keine Möglichkeit, das Wechsellichtzeichen zu sehen. Daher weisen in manchen Fällen Verkehrszeichen (131) auf Ampeln hin. Das entsprechende Schild ist dreieckig und weiß mit einem roten Rahmen. Drei farbige Kreise in rot, gelb, grün bilden in der Mitte des Schildes eine Ampel ab.

Ampeln für Fußgänger und Radfahrer

Im Gegensatz zur Ampel für Kraftfahrzeuge hat die Ampel für Fußgänger und Radfahrer nur zwei Lichtsignale, nämlich rot und grün. Eine Fußgängerampel existiert an jeder Kreuzung. Fahrradampeln hingegen nur an einzelnen Kreuzungen. Radfahrer müssen sich im Regelfall nach der Kraftfahrzeugampeln richten. Die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften finden sich ebenfalls in § 37 StVO.

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Dauerlichtzeichenanlage

Dauerlichtzeichen sind vorwiegend auf Autobahnen eingerichtet. Die Lichtzeichenanlage soll dabei sowohl einen möglichst flüssigen Verkehr gewährleisten als auch zur Sicherheit des Straßenverkehrs beitragen. Anzeigetafeln hoch über den Fahrspuren zeigen verschiedene Gefahren und Gegebenheiten auf der Fahrbahn an, wie beispielsweise einen Stau, eine Baustelle oder Nässe.

Darüber hinaus ordnen Dauerlichtzeichen Geschwindigkeitsbegrenzungen an. Auch ein Wegfall bzw. eine Sperrung einer Fahrspur wird durch ein Dauerlichtzeichen angezeigt. § 37 StVO definiert die unterschiedlichen Lichtzeichensymbole:

  • rote gekreuzte Schrägbalken: die Nutzung der Fahrspur ist verboten
  • grüner, nach unten gerichteter Pfeil: das Fahren auf der Spur ist erlaubt
  • gelb blinkender, schräg nach unten gerichteter Pfeil: die Fahrspur muss in die vorgegebene Richtung gewechselt werden

Lichtzeichenanlage an Bahnübergängen

Lichtzeichenanlagen regeln zum einen im Straßenverkehr an Kreuzungen und Einmündungen den Verkehr bzw. die Vorfahrt. Zum anderen dienen sie auch zur Verkehrssicherheit an Bahnübergängen, also an Stellen, wo sich Schienenwege und Straßen kreuzen. Die Lichtsignale kommen hier als rotes Blinklicht oder gelbe bzw. rote Lichtzeichen vor. Die Lichtzeichen dienen als Warnung vor fahrenden Zügen. Da der Schienenverkehr Vorrang gegenüber dem Straßenverkehr hat, müssen Verkehrsteilnehmer – sowohl Kfz-Fahrer als auch Radfahrer und Fußgänger – stehen bleiben und warten. Sobald die Lichtzeichen wieder aus sind, dürfen sich Fahrer und Fußgänger wieder in Bewegung setzen.

An vielen Bahnübergängen befinden sich zusätzlich auch Schranken, die sich gleichzeitig mit dem Blinken bzw. Leuchten des Lichtzeichens schließen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Kfz-Fahrer die Lichtzeichen nicht missachten und trotzdem über die Schienen fahren.

Bahnübergänge befinden sich allerdings nur an Zugstrecken, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h gilt. Fahren Züge schneller bzw. ist eine schnellere Geschwindigkeit auf der Strecke erlaubt, sind Bahnübergänge grundsätzlich verboten (§ 11 Abs. 2 EBO).

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