Lichthupe

Die Straßen sind frei, man kommt zügig voran und kann die Autofahrt eigentlich genießen – dann rauscht von hinten plötzlich ein Fahrzeug heran, dessen Fernlicht in kurzen Abständen aufblendet. Die gemütliche Autofahrt ist zunächst vorbei und der Ärger mitunter groß – die meisten Kfz-Fahrer kennen eine solche Verkehrssituation zu Genüge. Das kurze und unter Umständen wiederholte Aufblenden des Fernlichts („Lichthupe“) hat sich im Straßenverkehr weithin eingebürgert. Insbesondere bei Rasern und Dränglern, die so zu verstehen geben, dass sie dass sie vorbei gelassen werden wollen. Auch in anderen Situationen wird häufig von der Lichthupe Gebrauch gemacht, so dient das kurze Aufblenden des Fernlichtes zum Beispiel dazu, sich bei anderen Kfz-Fahrern zu bedanken, etwa weil man vorgelassen wurde. Aber auch wenn viele Fahrer die Lichthupe wie selbstverständlich verwenden: rein verkehrsrechtlich darf die Lichthupe nur in wenigen bestimmten Situationen getätigt werden – es gelten die gleichen Vorschriften wie bei der akustischen Hupe (Warnung vor Gefahren). Die nicht zulässige Verwendung wird durch ein Verwarngeld geahndet.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Lichthupe: Bußgeldkatalog bei ordnungswidriger Verwendung

Die Lichthupe darf nur unter gewissen Voraussetzungen getätigt werden. Entsprechend droht bei einem Verstoß gegen die StVO bzw. einem missbräuchlichen Einsatz der Lichthupe ein Verwarngeld. Dieses ist allerdings geringfügig und beträgt 5 Euro bzw. 10 Euro, wenn andere Verkehrsteilnehmer geblendet oder belästigt werden.

Abhängig von der Situation kann die Lichthupe auch mit einer Nötigung im Straßenverkehr zusammenhängen. In diesem Fall hat der Betroffene eine härtere Strafe zu erwarten. Eine Nötigung im Straßenverkehr stellt nämlich eine Straftat gemäß § 240 Strafgesetzbuch (StGB) dar. Der Gesetzgeber sieht zum einen eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe vor. Zum anderen drohen Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot oder ein Entzug des Führerscheins.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Strafe

Lichthupe rechtswidrig verwendet

5€

...mit Belästigung oder das Blenden von anderen

10€

Drohen mit Gewalt / Zu einer Handlung oder Unterlassung drohen

Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre oder Geldstrafe, Entziehung der Fahrerlaubnis, 3 Punkte, Fahrverbot

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Lichthupe: es gelten die Regeln der StVO

§ 16 Abs. 1 StVO schreibt vor, unter welchen Bedingungen die Lichthupe zulässig ist. Grundsätzlich dürfen Verkehrsteilnehmer durch die Lichthupe nicht geblendet oder bestätigt werden. Genau wie die akustische Hupe ist die Lichthupe ein Warnsignal und darf nur in folgenden Situationen getätigt werden:

  • außerhalb geschlossener Ortschaften beim Überholen: auf mehrspurigen Fahrbahnen ist die Lichthupe erlaubt, um den vorausfahrenden Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass man überholen möchte; die Lichthupe darf allerdings zum einen nur kurz zum Einsatz kommen und der zu Überholende nicht bedrängt werden. Der Fahrer sollte seine Überholabsicht frühzeitig ankündigen und nicht zu dicht auffahren. Anhaltendes dichtes Auffahren über einen längeren Zeitraum und zu starkes Bedrängen durch die Lichthupe kann eine Nötigung im Straßenverkehr darstellen. Zum anderen darf die Lichthupe nur getätigt werden, wenn es dem Vorausfahrenden tatsächlich möglich ist, die Spur frei zu machen; der rechte Fahrstreifen muss also frei sein.
  • in einer Gefahrensituation: auch in Gefahrensituationen, wenn Verkehrsteilnehmer potentiell gefährdet sind, ist der Einsatz der Lichthupe rechtmäßig. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug bei Dunkelheit usw. ohne Licht fährt oder wenn man andere vor für sie noch nicht sichtbaren Gefahren (spielende Kinder, Ball auf der Straße etc.) warnen will.

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Wie reagiert man richtig auf die Lichthupe des Hintermannes?

Ärger oder Verunsicherung gewinnen nicht selten im ersten Moment Oberhand, wenn der Fahrer des hinterherfahrenden Kfz das Fernlicht aufleuchten lässt. Besonders Raser und Drängler, die sich mit Lichthupe den Weg “freimachen” wollen, strapazieren die Nerven vieler Autofahrer. Möglicherweise möchte der Hintermann mithilfe der Lichthupe aber auch auf eine Gefahrensituation hinweisen. Grundsätzlich sollte man in jedem Fall besonnen reagieren und ruhig und aufmerksam, den Verkehrsverhältnissen entsprechend weiterfahren. Damit kein Unfall passiert oder der Straßenverkehr gefährdet wird, sind plötzliche Fahrmanöver, wie etwa ein Bremsvorgang, unbedingt zu vermeiden. Darüber hinaus macht sich der Fahrzeugführer mit einem derartigen Fahrverhalten unter Umständen einer Nötigung im Straßenverkehr schuldig, wenn er den Hintermann ausbremst und dieser sein Fahrverhalten ändern muss, um selber keinen Unfall zu verursachen.

Lichthupe – häufig verwendet und doch verboten

Viele Kfz-Fahrer tätigen die Lichthupe wie selbstverständlich in den unterschiedlichsten Situationen, etwa als Dank nach gewährter Vorfahrt oder als Hinweis, dass man Vorfahrt gibt. Auch zur Warnung entgegenkommender Fahrzeuge vor einem Blitzer lassen Fahrer das Fernlicht kurz aufleuchten. Doch auch nett gemeinte und höfliche Hinweise oder das Signalisieren von Rücksichtnahme oder Vorfahrtgewährung berechtigen nicht zum Einsatz der Lichthupe, denn hier es handelt sich weder um eine Gefahrensituation noch möchte der Fahrer überholen – die Lichthupe ist verboten. Schlimmstenfalls entsteht durch die Lichthupe ein Missverständnis, mit der Folge eines Unfalls, beispielsweise weil andere Verkehrsteilnehmer die Lichthupe falsch verstehen und glauben, jetzt losfahren zu können.

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