Ladungssicherung

Eine längere Urlaubsreise, ein Umzug ins neue Heim oder der Kauf neuer Möbel… Selbst ein großes, geräumiges Fahrzeug ist häufig zu klein, um alles unterzubringen. Damit alles irgendwie ins Fahrzeug passt, wird die Ladung “passend gemacht” und bis in die “letzte Ecke” im Kfz verstaut. Doch was dabei viele Fahrer nicht bedenken: eine mangelhafte oder  falsch gesicherte Ladung kann ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen und den Straßenverkehr gefährden. Sogar von kleinen vermeintlich “harmlosen” Gegenstände wie ein Schlüssel oder ein Geldbeutel kann sowohl für Fahrzeuginsassen als auch für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr ausgehen, wenn sie bei einem Unfall durch das Fahrzeug oder sogar durch die Windschutzscheibe fliegen. Dabei werden solche losen Objekte mit einer Kraft durch das Auto geschleudert, die umso heftiger ist, je schneller das das Fahrzeug fährt.

Deswegen ist eine korrekte Ladungssicherung seitens des Gesetzgebers vorgeschrieben. Verstöße haben Sanktionen in Form von Bußgeldern und Punkten zur Folge. Eine ordnungsgemäße Ladungssicherung dient dabei nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern gewährleistet auch, dass die Ladung selbst nicht beschädigt wird.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Ladung nicht gegen vermeidbaren Lärm gesichert

10€

-

Ladung ist höher als zulässig

20€

-

Ladung ist breiter als zulässig

20€

-

Ladung ragte nach vorne

20€

-

Ohne vorgeschriebene Sicherungsmittel die Ladung befördert

25€

-

Schlecht erkennbare Gegenstände ragten seitlich aus der Ladung heraus

25€

-

Nicht verkehrssichere Verstauung der Ladung

35€

-

Ladung nicht verkehrssicher verstaut - mit Gefährdung

60€

1

Ladung nicht verkehrssicher verstaut - mit Unfallfolge

75€

1

Auf der Kraftfahrtstraße/ Autobahn mit einer Ladungshöhe über 4,20m gefahren

70€

1

Nicht vorschriftsmäßige Ladung - die Verkehrssicherheit wurde beeinträchtigt

80€

1

Nicht vorschriftsgemäße Ladung - die Verkehrssicherheit wurde beeinträchtigt - mit Unfallfolge

120€

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinflusste

135€

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrslage erheblich beeinflusste - mit Gefährdung

165€

1

Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrslage erheblich beeinflusste - mit Unfallfolge

200€

1

Auf der Kraftfahrtstraße/ Autobahn mit einer Ladung, die nicht jederzeit weniger als 4 Meter Höhe betrug, gefahren und dadurch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst - Fahrstreifensperrung

160€

-

Auf der Krfatfahrtstraße/ Autobahn mit einer Ladung über 4 Meter Höhe gefahren und dadurdch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst - Fahrstreifensperrung

240€

-

Tatbestand

Bußgeld Fahrer

Punkte Fahrer

Bußgeld Halter

Punkte Bußgeld

Kraftfahrzeuge mit einem zul. Gesamtgewicht bis 7,5t



mehr als 5%

10€

-

10€

-

mehr als 10%

30€

-

30€

-

mehr als 15%

35€

-

35€

-

mehr als 20%

95€

1

95€

1

mehr als 25%

140€

1

140€

1

mehr als 30%

235€

1

235€

1

Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5t



mehr als 2-5%

30€

-

35€

-

mehr als 5%

80€

1

140€

1
mehr als 10%

110€

1

235€

1

mehr als 15%

140€

1

285€

1

mehr als 20%

190€

1

380€

1

mehr als 25%

285€

1

425€

1

mehr als 30%

380€

1

425€

1

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Strafen für eine rechtswidrige Ladungssicherung

Da eine nicht ordnungsgemäße Ladungssicherung den Straßenverkehr massiv gefährden und zu schweren Unfällen führen kann, sieht der Gesetzgeber für eine Reihe an Vergehen Sanktionen vor. Diese umfassen ein Bußgelder, Punkte und möglicherweise ein Fahrverbot. Das Bußgeld liegt zwischen 10 und 240 Euro. Ab einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro muss der Betroffene zusätzlich mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Dabei werden nicht nur die Fahrer infolge einer rechtswidrigen Ladungssicherung bestraft. Personen, die von einer nicht ordnungsgemäßen Ladungssicherung Kenntnis haben und trotzdem andere das Fahrzeug fahren lassen, drohen ebenfalls Sanktionen. Darüber hinaus ist die Polizei bei einer Verkehrskontrolle dazu berechtigt, gegebenenfalls die Weiterfahrt zu verbieten.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Gesetzliche Regelungen zur Ladungssicherung

Die Vorschriften zu einer ordnungsgemäßen Ladungssicherung bestimmt § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Dabei sind nicht nur allgemeine Vorschriften festgelegt, sondern auch Vorgaben zur Maße von Ladung und Kfz sowie zur Kennzeichnung der Ladung.

(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. […] (§ 22 Abs. 1 StVO)

Die Höhe von Ladung und Kfz zusammen darf maximal 4 Meter betragen. Die Breite darf 2,55 Meter nicht überschreiten. Ausnahmen gelten allerdings für Kühlfahrzeuge sowie für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Darüber hinaus sind Vorschriften zu überstehender Ladung zu beachten.

Kennzeichnung der Ladung

Eine Ladung muss gemäß § 22 Abs. 4 und 5 StVO gekennzeichnet sein. Abhängig von der Größe der Ladung dient als Kennzeichnung eine rote Fahne, ein rotes Schild oder eine Leuchte mit weißem (vorne) und rotem (hinten) Licht. Die Anbringung der Kennzeichnung muss dabei nach den Vorgabe der StVO erfolgen. Durch eine Kennzeichnung der Ladung werden andere Verkehrsteilnehmer auf den Transport aufmerksam gemacht.

Arten der Ladungssicherung

Es gibt zwei Arten einer korrekten Ladungssicherung: Formschlüssigkeit und Kraftschlüssigkeit. Grundsätzlich ist die Höhe des Schwerpunktes der Ladung sowie die Rutschfestigkeit für die Stabilität der Ladung von Bedeutung.

  • Formschlüssigkeit: Die einzelnen Teile der Ladung werden möglichst ohne Zwischenräume auf- oder aneinandergesetzt. Sicherungsnetze oder Gurte dienen dabei der Füllung von Leerräumen.
  • Kraftschlüssigkeit: die Ladung wird mit Zurrgurten auf rutschfester Unterlage, die sich auf der Ladefläche befindet, befestigt.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Ladungssicherung bei Pkw

Bei einem Transport von Ladung in einem Pkw muss stets das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges beachtet werden. Hierbei sind sowohl die Ladung als auch das Körpergewicht der Kfz-Insassen von Bedeutung. Das zulässige Gesamtgewicht setzt sich zusammen aus dem Leergewicht des Fahrzeugs und dem Gewicht der zu transportierenden Personen und Gegenstände.

Für eine bestmögliche und ordnungsgemäße Ladungssicherung sind zum einen die Vorschriften der StVO relevant. Zum anderen sollten noch weitere Dinge berücksichtigt werden:

  • um eine Überlastung der einzelnen Fahrzeugachsen zu vermeiden, muss das Gewicht gleichmäßig verteilt werden. Die maximal zulässige Belastung der einzelnen Fahrzeugachsen ist in der Zulassungsbescheinigung angegeben. Eine Überlastung der Achsen kann zur Folge haben, dass das Fahrzeug die Straßenhaftung verliert.
  • der Kofferraum sollte mit einer rutschfesten Unterlage ausgelegt werden
  • damit der Schwerpunkt der niedrig gehalten wird, sollte eine schwere Ladung im Fußbereich des Beifahrersitzes oder der hinteren Sitze transportiert werden
  • Gegenstände, die mehr als 25 kg schwer sind, sollten aus Sicherheitsgründen nicht auf der Rückbank transportiert werden
  • auf der Hutablage sollten keine Gegenstände transportiert werden
  • Ladung auf der Rückbank sollte mit Gurten gesichert werden

Neben der Ladung sollte zudem auch der Innenraum des Kfz vor Beschädigungen geschützt werden, beispielsweise durch gepolsterte Unterlagen oder eine Plane.

Wie werden Tiere im Auto transportiert?

Gemäß StVO sind Tiere als Ladung definiert. Bei einer Beförderung von Tieren im Auto gelten deswegen die in § 22 bestimmten Vorschriften zur Ladungssicherung. Darüber hinaus ist Abs. 1 § 23 StVO von Bedeutung:

(1) Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet. […] (§ 23 Abs. 1 StVO)

Der Transport von Tieren muss also so erfolgen, dass ein sicheres Fahren gewährleistet ist. Zur Sicherung der Tiere dienen je nach Größe etwa spezielle Gurte oder Transportboxen. Der Fahrer muss beim Transport von Tieren des Weiteren die Bestimmungen zum Tierschutz beachten.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Ladungssicherung beim Pkw-Anhänger

Für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung bei einem Pkw-Anhänger sollten zum einen das Gewicht gleichmäßig verteilt und zum anderen schwere Gegenstände nach unten gestellt werden. Außerdem muss gewährleistet sein, dass die Ladung nicht herunterfällt. Dazu kann ein Netz oder eine Plane über die Ladung gespannt werden. Des Weiteren sind Vorschriften zu zulässigen Gewichten zu beachten:

  • zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers: das Höchstgewicht einer Ladung ergibt sich aus 
  • für die Feststellung des maximalen Gewichts einer Ladung muss das Leergewicht des Hängers von dessen zulässigen Gesamtgewicht abgezogen werden
  • Anhängelast: Angaben zur zulässigen Anhängelast sind in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Punkt O.2) des Zugautos eingetragen
  • Stützlast: als Stützlast wird das Gewicht bezeichnet, das auf der Kupplung bzw. auf der hinteren Fahrzeugachse lastet. Sowohl für Pkw als auch für Anhänger und Anhängerkupplung gilt jeweils eine maximale Stützlast. Die Mindeststützlast beträgt laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) 25 kg

Ein Pkw-Anhänger dient oftmals dem Transport von Gartenabfällen, beispielsweise Äste und Laub. Auch hierbei muss eine ordnungsgemäße Ladungssicherung erfolgen. Hinausragende Äste können insbesondere Zweiradfahrer auf dem Motorrad oder Fahrrad gefährden und schwer verletzen, sodass die Äste nicht überhängen dürfen. Nicht gesichertes Laub kann zu einer Sichtbehinderung anderer Verkehrsteilnehmer führen, wenn lose Blätter umherfliegen. Zur Sicherung können ein engmaschiges Netz oder verschlossene Laubsäcke verwendet werden.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Ladungssicherung beim Transporter

Speziell bei Umzug oder „Großtransporten“ durch Privatpersonen werden gerne Transporter gemietet, um mit einer Fahrt möglichst viel transportieren zu können. Hier müssen die „Nicht-Profis“ ganz besonders auf eine sichere Befestigung durch Gurte etc. und eine „intelligente“ Verteilung der Ladung achten, um die Gefahren von Verletzungen und Beschädigungen einzudämmen und gleichzeitig die Zahl der notwendigen Fahrten möglichst klein zu halten.

  • Ladung auf einen rutschfesten Untergrund stellen
  • schwere Gegenstände nach unten stellen, damit der Schwerpunkt der Ladung niedrig ist
  • einzelne Teile möglichst eng zusammen stellen
  • schwere Gegenstände mit Gurten oder durch Verkeilung  zusätzlich sichern, wenn der verfügbare Stauraum des Transporters größer ist als der Rauminhalt des Transportgutes

Ladungssicherung bei Lkw

Während bei Pkw oder Transporter für eine korrekte Ladungssicherung maßgeblich der Fahrer verantwortlich ist, müssen bei Lkw auch Verlader und Spediteure dafür sorgen, dass die Ladung ordnungsgemäß gesichert ist. Der Lkw-Fahrer ist vor Fahrtantritt und während der Fahrt zur Kontrolle der Ladungssicherung verpflichtet. Ist die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert, kann er den Fahrtantritt ablehnen. Darüber hinaus müssen  Geschwindigkeit und Fahrverhalten der Ladung angemessen sein.

Dem Verlader ist es nicht möglich, die Verantwortung für die Ladungssicherung bei Straßenfahrzeugen an den Fahrer abzugeben.

Der Halter (Spediteur) wiederum ist dafür verantwortlich, dass der Zustand des Lastkraftwagen ordnungsgemäß ist und das Fahrzeug regelmäßig gewartet wird.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.