Kurve schneiden

Ob Linkskurven außerorts auf der Bundestraße oder in der Stadt auf der Hauptstraße – bei freier Fahrbahn ist die Versuchung mitunter groß, die Kurve zu schneiden, da der Weg dann kürzer ist und man nicht die Geschwindigkeit drosseln muss. Ein solches Fahrmanöver ist allerdings ebenso gefährlich wie verboten. Denn man fährt vorübergehend auf der Gegenfahrbahn und ein Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Fahrzeug ist die Folge – um solchen Unfällen vorzubeugen, drohen Sanktionen wie Bußgeld oder Punkte in Flensburg wegen Verstoßes gegen das Rechtsfahrgebot.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Das Rechtsfahrgebot in einer Kurve missachtet und andere gefährdet

80€

1

-

Rechtsfahrgebot in einer Kurve missachtet und Unfall verursacht

100€

1

-

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Kurve schneiden: Bußgelder und Punkte

Wer die Kurve schneidet, gefährdet die Verkehrssicherheit und verursacht unter Umständen schwere Unfälle. Daher bestraft der Bußgeldkatalog das Kurvenschneiden mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg.

Missachtung des Rechtsfahrgebotes beim Schneiden einer Kurve

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) findet das Kurvenschneiden an sich als Ordnungswidrigkeit zwar keine ausdrückliche Erwähnung. Dennoch begeht der Fahrer einen Verkehrsverstoß, wenn er die Kurve schneidet; er missachtet nämlich das Rechtsfahrgebot gemäß § 2 StVO. Demnach müssen Fahrzeuge grundsätzlich möglichst weit rechts fahren.

(2) Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit. (§ 2 Abs. 2 StVO)

Da der Fahrer beim Schneiden eine Kurve jedoch über die Mittellinie und auf der entgegenkommenden Fahrbahn fährt, fährt er nicht mehr so weit wie möglich auf der rechten Seite. Entsprechend verstößt er gegen die Vorschriften der StVO zum Rechtsfahrgebot.

Unfall durch Kurvenschneiden – es droht eine Mithaftung

Hat das Schneiden einer Kurve einen Unfall zur Folge, kann dem Fahrer eine Mitschuld zugesprochen werden. Dies gilt auch dann, wenn das Schneiden der Kurve nicht die Hauptursache für den Zusammenstoß ist. So verurteilte das Landgericht Saarbrücken (Aktenzeichen 13 S 137/16) eine Autofahrerin, die beim Linksabbiegen die Kurve geschnitten hatte, zu einer Mithaftung an einem Verkehrsunfall, obwohl ihr die Vorfahrt genommen worden war. Denn hätte die Fahrerin die Kurve nicht geschnitten und wäre entsprechend nicht auf die Gegenfahrbahn geraten, hätte der Unfall verhindert werden können, so das LG Saarbrücken.

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