Hupen im Straßenverkehr

Autofahren im Straßenverkehr ist häufig sehr emotionsgeladen. Ob rote Welle, rücksichtslose oder scheinbar unfähige Verkehrsteilnehmer: Regelmäßig gibt es Grund zum Ärgern. In derartigen Situationen dient dann oftmals die Hupe als Ventil, um den Ärger abzulassen oder um andere Verkehrsteilnehmer zurechtzuweisen. Doch gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) ist genau das nicht erlaubt. Die Hupe, offiziell „Schallzeichen“ genannt, darf als akustisches Warnsignal nur betätigt werden, wenn man sich in einer Gefahrensituation befindet. Hupen in anderen Situationen zählt als Lärmbelästigung.

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Rechtswidriges Hupen – es droht ein Verwarngeld

Fahrer, die innerhalb geschlossener Ortschaften rechtswidrig hupen, müssen mit einem Verwarngeld bis zu 10 Euro rechnen. Darüber hinaus kann der Fahrzeugführer wegen Nötigung angezeigt werden. Allerdings hat eine solche Anzeige des Geschädigten in der Regel keinen Erfolg. Gemäß eines Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen 5 Ss 383/95) liegt nur dann eine Nötigung im Straßenverkehr vor, wenn das Hupen eine psychische Zwangseinwirkung darstellt, durch die andere Verkehrsteilnehmer in eine Gefahrensituation geraten. Verkehrsteilnehmer empfinden das Hupen meistens allerdings nur als Belästigung.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Das missbräuchliche Geben von Schallzeichen

5€

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-

Missbräuchliches Geben eines Schallzeichens mit Belästigung anderer

10€

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Hupen im Straßenverkehr – Gesetzeslage

Die StVO und die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) bestimmen Vorschriften zum Hupen. Gemäß § 55 StVZO muss die Hupe zur Grundausstattung eines jeden Fahrzeuges gehören. Die Lautstärke der Hupe darf einen Grenzwert von 105 dB(A) auf sieben Metern Entfernung nicht überschreiten. Die Nutzung der Hupe regelt § 16 StVO. Demnach ist die Hupe ein Warnsignal und darf nur in zwei Verkehrssituationen getätigt werden:

  • um andere Verkehrsteilnehmer bei einer Gefährdung zu warnen und auf die Gefahr aufmerksam zu machen
  • bei einem Überholvorgang außerhalb geschlossener Ortschaften

Kfz-Fahrer dürfen innerhalb geschlossener Ortschaften nur hupen, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, etwa bei Unfallgefahr. Andernfalls droht ein Verwarngeld. “Typische” Situationen, in denen gehupt wird, sind das Nichtlosfahren des Vordermanns an einer grün gewordenen Ampel oder ein Autokorso bei großen Fußballturnieren oder einer Hochzeit. In diesen Fällen ist das Hupen allerdings verboten, da es sich nicht um eine Gefahrensituation handelt. Insbesondere bei Autokorsos lassen Polizisten das Hupen jedoch durchgehen; vorausgesetzt beim Feiern wird niemand gefährdet.

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Hupen erlaubt, wenn Kfz-Fahrer überholen möchten. So können sie den vorausfahrenden Fahrzeugführer auf den geplanten Überholvorgang hinweisen. Es besteht jedoch keine Pflicht, in diesem Fall zu hupen.

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