Höchstgeschwindigkeit

Viele Autofahrer drücken gerne mal aufs Gas… zum einen, weil sie so schnell wie möglich am Zielort ankommen möchten. Zum anderen weil ihnen gerade schnelles Fahren Spaß macht. Doch nicht immer können Kfz-Fahrer das Gaspedal so durchdrücken, wie sie gerne würden. Denn da überhöhte Geschwindigkeit einer der häufigsten Auslöser für Unfälle ist, schiebt der Gesetzgeber im Sinne der Verkehrssicherheit dem schnellen Autofahren einen Riegel vor: es gelten zulässige Höchstgeschwindigkeiten, an die sich Kfz-Fahrer halten müssen. Andernfalls drohen Sanktionen, die je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung empfindlich hoch ausfallen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Missachtung der Höchstgeschwindigkeit: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Aufgrund der potentiellen Gefährdung des Straßenverkehrs und des erhöhten Unfallrisikos kommt eine Missachtung der Höchstgeschwindigkeit den Fahrer mitunter teuer zu stehen. Die Sanktionen für eine Geschwindigkeitsüberschreitung umfassen ein Bußgeld sowie gegebenenfalls Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot. Das genaue Strafmaß ist im Einzelfall abhängig von der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung und dem Ort (innerorts oder außerorts). Wiederholungstäter, die bereits mehrfach durch zu schnelles Fahren aufgefallen sind, müssen grundsätzlich mit höheren Strafen rechnen.

Höchstgeschwindigkeit – Vorgaben der StVO

Die gesetzliche Grundlage der Höchstgeschwindigkeit bildet die Straßenverkehrsordnung (StVO). § 3 legt allgemeine Regelungen fest. Grundsätzlich beeinflussen mehrere Faktoren die Höchstgeschwindigkeit:

  • Strecke innerorts oder außerorts
  • Zustand der Fahrbahn
  • Witterungsbedingungen

Gemäß § 3 Abs. 1 StVO ist

die Geschwindigkeit […] insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.

Wenn darüber hinaus

[…] die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m [beträgt], darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist.

Diese Vorschriften gelten sowohl für Straßen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften als auch für Autobahnen.

Doch nicht nur die Vorschriften der StVO sind relevant. So werden Höchstgeschwindigkeiten auch durch Verkehrszeichen angeordnet. Dabei heben Verkehrsschilder die Regelungen der StVO auf. Das bedeutet, dass grundsätzlich die Geschwindigkeitsangabe eines Verkehrszeichens gilt, sofern eines vorhanden ist.

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Höchstgeschwindigkeit: Vorgaben innerorts und außerorts

Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt für alle Kraftfahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, es sei denn, Verkehrszeichen schreiben eine andere Höchstgeschwindigkeit vor.

(3) Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen 1. innerhalb geschlossener Ortschaften für alle Kraftfahrzeuge 50 km/h […] (§ 3 Abs. 3 StVO)

Schreibt ein Verkehrsschild innerhalb einer geschlossenen Ortschaft beispielsweise eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h vor, so darf der Fahrer auch tatsächlich nur 30 km/h fahren. Die Vorgabe der StVO von 50 km/h innerorts gilt in diesem Fall nicht. Darüber hinaus sind weitere Sonderregelungen zur Höchstgeschwindigkeit zu beachten, etwa in einer Spielstraße. Hier gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 4 bis 7 km/h (Schritttempo).

Die Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften ist gestaffelt. Abhängig von Fahrzeugart und zulässigem Gesamtgewicht des Kfz beträgt die Höchstgeschwindigkeit gemäß § 3 StVO 60, 80 oder 100 km/h. Pkw mit maximal 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht müssen zum Beispiel eine andere Höchstgeschwindigkeit einhalten als Wohnmobile. Auch das Mitführen eines Anhängers hat Einfluss auf das Tempolimit.

Genau wie innerhalb geschlossener Ortschaften kann auch außerorts die Höchstgeschwindigkeit durch Verkehrszeichen entgegen der Vorgaben der StVO geregelt sein.

Welche Höchstgeschwindigkeit gilt auf der Autobahn?

Anders als im Ausland ist auf den Autobahnen in Deutschland – außer für bestimmte Fahrzeuge – keine grundsätzliche Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Während beispielsweise in Österreich ein Tempolimit von 130 km/h gilt und in der Schweiz 120 km/h, haben Fahrer in Deutschland nahezu freie Fahrt. Sofern eine Geschwindigkeitsbegrenzung existiert, wird diese durch entsprechende Verkehrszeichen kenntlich gemacht.

Tempolimits auf Autobahnen bestehen hauptsächlich auf Streckenabschnitten, auf denen das Unfallrisiko durch hohe Geschwindigkeiten erhöht ist, zum Beispiel in Baustellen oder in Kurven. Allerdings empfiehlt der Gesetzgeber im Sinne der Verkehrssicherheit, 130 km/h als Richtgeschwindigkeit zu fahren; vorausgesetzt, es ist keine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Es besteht jedoch keine Pflicht, die Richtgeschwindigkeit einzuhalten, Autofahrer dürfen auch schneller fahren. Bei einem Unfall droht allerdings eine Mithaftung.

Hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen gibt es jedoch aus Ausnahmen. Nicht alle Fahrzeuge haben freie Fahrt. Pkw mit Anhänger und Lkw beispielsweise dürfen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nicht überschreiten.

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