Handy am Steuer

Ein Leben ohne Handy bzw. Smartphone ist mittlerweile unvorstellbar. Nicht mehr nur Telefonieren oder SMS schreiben, sondern auch im Internet surfen, E-Mails checken, Überweisungen tätigen oder sogar vom Büro aus per App zu Hause schon einmal die Heizung anschalten, ehe man sich auf den Heimweg macht… die Vielfalt an Funktionen des Mobiltelefons wird immer umfangreicher und der Suchtfaktor immer größer – so wird auch während der Autofahrt immer häufiger zum Smartphone gegriffen. Doch das Bedienen des Handys am Steuer – egal auf welche Art – bedeutet eine enorme Ablenkung des Fahrers vom Verkehrsgeschehen und stellt deswegen eine erhebliche Gefahr dar und kann zu schweren Unfällen führen. Entsprechend ist die Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt strikt verboten. Ein Verstoß wird streng sanktioniert.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Das Handy beim Führen eines Kfz benutzt

100€

1

-

...mit Gefährdung

150€

2

1 Monat

...mit Sachbeschädigung

200€

2

1 Monat

Handynutzung während des Fahrradfahrens

55€

-

-

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Strafen für Handy am Steuer

Aufgrund des hohen Risikos für die Verkehrssicherheit und möglichen schlimmen Unfällen sieht der Gesetzgeber für Handy am Steuer empfindliche Strafen vor. Das Bedienen des Mobiltelefons während der Fahrt wird mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung infolge der Handynutzung erhöht sich die Strafe: 150 bzw. 200 Euro Bußgeld werden fällig, hinzu kommen jeweils zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.

Ein Bußgeld für Handy am Steuer droht nicht nur Kfz-Fahrern. Radfahrer werden ebenfalls zur Kasse gebeten, wenn sie während der Fahrt das Smartphone bedienen. Ein Verstoß kostet hier 55 Euro.

Die Nutzung des Handys am Steuer kann für Kfz-Fahrer darüber hinaus Auswirkungen auf die Versicherung haben. Das Versicherungsunternehmen stuft ein solches Verhalten nämlich als fahrlässig ein. Entsprechend werden die Versicherungsleistung gekürzt oder sogar ganz aufgehoben.

Im Falle eines Bußgeldbescheides für Handy am Steuer besteht die Möglichkeit, binnen 14 Tagen nach Erhalt des Bescheides Einspruch einzulegen. Inwiefern ein Einspruch lohnenswert ist, kommt allerdings auf den Einzelfall an. Ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht kann hierbei einschätzen, wie die Erfolgsaussichten eines Einspruches stehen.

Auch im europäischen Ausland besteht ein Handyverbot am Steuer. Nach Angaben des ADAC kommt Betroffene ein Verstoß mitunter teurer zu stehen als in Deutschland. Spitzenreiter ist Spanien: hier kostet Handy am Steuer mindestens 200 Euro.

Geblitzt mit Handy am Steuer?

Nicht selten schnappt die Blitzerfalle zu, wenn Kfz-Fahrer ihr Smartphone am Ohr halten. Hierbei liegen gleich zwei verkehrsrechtliche Verstöße vor: Handy am Steuer und Geschwindigkeitsüberschreitung. Wie wird ein solcher zweifacher Verstoß gegen die StVO aber geahndet? Der Gesetzgeber sieht hierbei klare Regelungen vor:

  • das niedrigere Bußgeld wird zur Hälfte gezahlt
  • das höhere Bußgeld wird vollumfänglich gezahlt
  • Punkte werden genauso wie ein Fahrverbot jeweils addiert

Handy am Steuer in der Probezeit

Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit müssen mit zusätzlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie das Mobiltelefon während der Fahrt bedienen. Denn hier liegt ein schwerer Verstoß, ein sogenannter A-Verstoß, vor. Führerscheinneulinge müssen zum einen mit den für alle Kfz-Fahrer geltenden Sanktionen (Bußgeld, Punkte in Flensburg, Fahrverbot) rechnen. Zum anderen erwartet sie ein kostenpflichtiges Aufbauseminar sowie die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.

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Handy am Steuer – Vorschriften der StVO

Die Regelungen zu Handy am Steuer sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) definiert:

(1a) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn

1. hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und
2. entweder
a) nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder
b) zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist. […]

(§ 23 Abs. 1a StVO)

Demnach spielt es keine Rolle, zu welchem Zweck das Mobiltelefon während der Fahrt bedient wird. Von Bedeutung ist grundsätzlich das Halten des Handys bzw. Smartphones in den Händen. Dies ist verboten, solange der Motor läuft.

Welche Geräte sind am Steuer verboten?

Neben dem Mobiltelefon sind gemäß § 23 StVO weitere Geräte am Steuer verboten. Dazu zähle unter anderem:

  • Berührungsbildschirme
  • tragbare Flachrechner
  • Navigationsgeräte
  • Fernseher oder Abspielgeräte mit Videofunktion
  • Audiorekorder
  • ein auf dem Kopf getragenes visuelles Ausgabegerät, insbesondere eine Videobrille

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Handy am Steuer: es gelten Ausnahmen

Das Bedienen des Handys mit den Händen während der Fahrt ist grundsätzlich verboten. Dennoch gelten Ausnahmen, wonach die Nutzung des Mobiltelefons am Steuer erlaubt ist. So darf der Fahrer das Handy bedienen, wenn er das Kfz angehalten und den Motor ausgestellt hat, beispielsweise im Stau oder an einer geschlossenen Bahnschranke. Auch an einer roten Ampel ist das Handy am Steuer nach einem Urteil des Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 1 Rbs 1/14) erlaubt – vorausgesetzt, der Motor ist aus. Ratsam ist das Nutzen des Mobiltelefons an einer roten Ampel jedoch nicht, da diese jederzeit grün werden kann.

Telefonieren während der Fahrt unter Umständen erlaubt

Das Telefonieren während der Fahrt ist verboten, wenn der Fahrer das Handy dazu in die Hand nimmt. Um allerdings trotzdem Telefonate führen zu können, kann der Fahrer ein Headset oder eine Freisprechanlage nutzen. Auf diese Weise hält er die Vorschriften der StVO ein. Eine weitere Möglichkeit, während der Fahrt ordnungsgemäß zu telefonieren, ist die Nutzung einer verbauten Telefonanlage im Fahrzeug, die immer mehr zur Ausstattung von Neufahrzeugen gehört.

Das Mobiltelefon als Navigationsgerät

In einer fremden Stadt Autofahren ohne Navigationssystem? Heutzutage nicht mehr auszudenken. Neben den klassischen Navigationsgeräten, dient auch das Smartphone als Navigationssystem, etwa über Google Maps. Allerdings gilt auch hier: der Fahrer darf das Smartphone während der Fahrt nicht in die Hand nehmen. Zum Bedienen des Navigationsgerätes, beispielsweise um eine neue Route einzustellen, muss der Fahrer anhalten und den Motor ausstellen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Navigationssystem über Sprachbefehle zu bedienen.

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