Gefahrenbremsung

Gefährliche Situationen, die ein sofortiges und scharfes Bremsen erzwingen, sind im Straßenverkehr häufiger als es einem lieb sein kann. Ein Ball rollt auf die Straße, ein Kind läuft ohne sich umzusehen hinterher, das vorausfahrende Auto bremst abrupt, hinter einer schwer einsehbaren Kurve befindet sich ein Stauende – diese Situationen sind jedem schon begegnet und hier heißt es: scharf bremsen und das Auto so schnell wie möglich zum Stehen bringen.

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Gefahrenbremsung mit dem Auto richtig durchführen

Um eine Kollision zu vermeiden, muss das Kfz so schnell wie möglich zum Stehen kommen. Dazu werden zur gleichen Zeit Bremspedal und Kupplung voll durchgedrückt. Die Bremse darf dabei nicht zu schwach durchgedrückt werden. In der Regel entsteht durch das Antiblockiersystem (ABS) eine Vibration des Bremspedals, wenn dieses zu stark durchgedrückt wird; davon darf sich der Fahrer jedoch in keinem Fall irritieren lassen.

Um den Motor nicht abzuwürgen, ist es wichtig, Bremspedal und Kupplung tatsächlich gleichzeitig durchzudrücken. Wird der Motor bei einer Gefahrenbremsung in der praktischen Fahrprüfung abgewürgt, ist die Notbremsung nicht korrekt ausgeführt – und der Prüfling ist durchgefallen.

Glücklicherweise geraten die meisten Autofahrer nur sehr selten in eine Gefahrensituation, in der eine Vollbremsung durchgeführt werden muss. Dieser sehr positive Aspekt hat allerdings auch eine negative Kehrseite: durch die fehlende „Übung“ sind die jederzeitige Bereitschaft und Fähigkeit, im Bedarfsfall schnell und ohne lange zu überlegen zu reagieren bzw. zu bremsen, unter Umständen “unterentwickelt”.

Darüber hinaus spielt auch die Verunsicherung des Fahrers eine Rolle, die das Bremspedal in einer Gefahrensituation tatsächlich bis zum Anschlag durchzudrücken. Damit die korrekte Ausführung einer Gefahrenbremsung verinnerlicht wird und im Notfall durchgeführt werden kann, sollte die Gefahrenbremsung immer wieder trainiert werden.

Gefahrenbremsung mit dem Motorrad

Eine Gefahrenbremsung mit dem Motorrad gehört zu den anspruchsvollsten Fahrmanövern. Der Motorradfahrer muss dabei höchst konzentriert zu Werke gehen und sollte daher den Vorgang in regelmäßigen Abstand üben. Doch wie funktioniert nun eine Gefahrenbremsung mit dem Motorrad? Grundsätzlich müssen auch beim Motorrad Bremsen und Kupplung gleichzeitig betätigt werden. Es gibt jedoch eine Besonderheit, denn Motorräder haben – anders als Autos – zwei Bremsen: sowohl für das Vorderrad als auch für das Hinterrad.

Während die Bremse am Vorderrad per Hand bedient wird, wird die Bremse am Hinterrad mit dem Fuß getätigt. Hierbei liegt bei einer Gefahrenbremsung mit dem Motorrad die Herausforderung: zwar müssen alle Pedale (Vorderradbremse, Hinterradbremse, Kupplung) zur gleichen Zeit getätigt werden, die Vorderradbremse muss allerdings stärker betätigt werden, da sich das Gewicht nach vorne verlagert. Damit die Räder nicht blockieren, dürfen die Bremsen jedoch auch nicht zu stark getreten werden. Schlimmstenfalls führt das Blockieren der Räder zu einem Sturz. Bei einer Blockierung eines Rades ist sofort die jeweilige Bremse etwas zu lösen. Sobald sich das Rad wieder beständig dreht, ist es möglich, wieder stärker zu bremsen.

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Warum muss ein Kraftfahrer eine sichere und richtige Gefahrenbremsung “können”?

Für den Autofahrer wie für jeden Verkehrsteilnehmer ist es unerlässlich, mögliche Gefahren voraussehen oder ahnen zu können; ständige Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft dienen der Verkehrssicherheit. Aus diesem Grund ist das Erlernen der sogenannten Gefahrenbremsung (auch Notbremsung oder Vollbremsung) auch unverzichtbarer Bestandteil des praktischen Unterrichts in jeder Fahrschule. Hier wird dem Fahrschüler beigebracht, wie er in den entsprechenden Situationen richtig zu reagieren hat.

Da die meisten Kfz-Fahrer allerdings selten oder gar nicht in eine Situation geraten, die eine Gefahrenbremsung erforderlich macht, gerät über die Jahre mitunter in Vergessenheit, wie eine solche Vollbremsung richtig funktioniert. Eine korrekt durchgeführte Gefahrenbremsung ist dabei jedoch nicht nur für die Sicherheit des Straßenverkehrs essentiell, sondern auch für den Zustand des Kfz.

Eine falsche Gefahrenbremsung hat zum einen eine Gefährdung des Straßenverkehrs zur Folge, unter Umständen kommt es gar zu schweren Unfällen. Zum anderen werden unter Umständen durch eine nicht richtig ausgeführte Gefahrenbremsung die Reifen und die Bremsen des Fahrzeuges beschädigt. Durch die, bei einer Gefahrenbremsung entstehenden großen Hitze der Bremsbeläge, besteht die Gefahr, dass diese wellig werden. Daher muss die Hitze möglichst schnell entweichen. Dazu muss der Fahrer umgehend den Fuß von der Bremse nehmen und die Handbremse anziehen, sobald das Kfz steht.

Eine Gefahrenbremsung kann zudem Schäden an den Reifen des Fahrzeuges verursachen, vor allen Dingen, wenn der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist. Ist ein Rad bei der Bremsung blockiert, rutscht bzw. gleitet der Reifen über den Straßenbelag, ohne rollen zu können, was eine erhebliche Hitzeentwicklung mit Abscheuern des Reifenprofils und eventuell zu einen sogenannten „Bremsplatten“ zur Folge hat. Ein abgescheuertes Reifenprofil kann beim späteren normalen Fahren dazu führen, dass die Haftung der Reifen auf der Fahrbahn nicht mehr optimal gegeben ist. Daher sollte der Fahrer nach einer Gefahrenbremsung die Profiltiefe der Reifen überprüfen.

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