Fahrradstraße

Ob Autos, Motorräder oder Fahrräder, aber auch Busse, Kleintransporter und Lkw… Die Verkehrsdichte nimmt immer mehr zu und die Straßen werden immer voller. Dabei steigt unweigerlich das Risiko von Unfällen und anderweitigen Gefährdungen des Straßenverkehrs. Besonders Fahrradfahrer werden häufig in Unfälle verwickelt, bei denen sie sich schwer oder gar tödlich verletzen. Die Hauptunfallursachen sind sowohl mangelnde Aufmerksamkeit der Kfz-Fahrer als auch risikoreiche Fahrverhalten der Radfahrer. Damit die Unfallgefahr gemindert wird und sich Fahrradfahrer möglichst sicher im Straßenverkehr bewegen können, sind eigens sogenannte Fahrradstraßen eingerichtet.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Was ist eine Fahrradstraße?

Fahrradstraßen sind wie “normale” Straßen gebaut und Bestandteil des öffentlichen Straßennetzes. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass in einer Fahrradstraße ausschließlich Fahrradfahrer fahren dürfen. Die Nutzung einer Fahrradstraße für andere Fahrzeuge ist gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) nur erlaubt, wenn Zusatzzeichen die Fahrradstraße entsprechend freigeben. Kfz-Fahrer sind dann dazu verpflichtet, sich den Radfahrern anzupassen. Denn Fahrradfahrer haben in einer Fahrradstraße stets Vorrang und dürfen weder behindert noch gefährdet werden.

Anlage 2 zu § 41 Abs. 1 StVO definiert darüber hinaus weitere gesetzliche Regelungen zur Fahrradstraße. Demnach

  • beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Fahrverkehr 30 km/h (falls erforderlich müssen Kfz-Fahrer die Geschwindigkeit allerdings weiter reduzieren)
  • dürfen Fahrradfahrer nebeneinander fahren
  • sind die Vorfahrtsregelungen und die Vorschriften zur Fahrbahnbenutzung zu befolgen

Fahrzeugführer dürfen zwar unter Umständen eine Fahrradstraße befahren, sie müssen darüber hinaus allerdings beachten, dass möglicherweise ein eingeschränktes oder ein absolutes Halte- und Parkverbot gilt.

Abgrenzung zum Radweg

Für ein sicheres Fahrradfahren im Straßenverkehr existieren neben Fahrradstraßen auch Radwege. Im Gegensatz zu Fahrradstraßen, die gegebenenfalls für anderen Fahrverkehr freigegeben sind, dürfen Radwege nur von Radfahrern genutzt werden. Neben dem Befahren von Radwegen ist auch das Halten oder gar Parken auf Radwegen für Kfz-Fahrer strikt untersagt.

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Wie ist eine Fahrradstraße gekennzeichnet?

Zur Kennzeichnung einer Fahrradstraße dient das Verkehrszeichen 244. Dieses ist weiß mit einem blauen Kreis in der Mitte, in dem sich wiederum ein ebenfalls weißes Fahrradsymbol befindet. Das Schild trägt in schwarz die Aufschrift “Fahrradstraße”. Das Ende einer Fahrradstraße ist durch ein analoges Verkehrsschild angezeigt, das in weiß-grau mit einem schwarzen diagonalen Strich gehalten ist. Zusatzzeichen, die anderen Verkehrsteilnehmern das Befahren der Fahrradstraße erlauben, sind ebenfalls weiß mit schwarzer Schrift. Dabei kann die Fahrradstraße nicht nur für Fahrzeuge freigegeben werden, sondern auch für Rollschuhfahrer oder Inlineskater.

Kinder in einer Fahrradstraße

Für Kinder auf dem Fahrrad gelten in einer Fahrradstraße dieselben Vorschriften wie auf “normalen” Straßen. Kinder, die jünger als acht Jahre sind, sind dazu verpflichtet, mit dem Fahrrad den Gehweg zu nutzen. Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren steht es frei, auf dem Gehweg, dem Radweg oder auf der Straße Fahrrad zu fahren. Ab 10 Jahren müssen Kinder genau wie Erwachsene mit dem Fahrrad einen Radweg oder die Straße benutzen. Fahrradfahren auf dem Gehweg ist grundsätzlich nicht erlaubt. In einer Fahrradstraße macht der Gesetzgeber hierbei keine Ausnahme.

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