Fahrradfahren auf dem Gehweg

Radfahrer haben es als “schwächere” Verkehrsteilnehmer oft nicht einfach: immer mehr Kraftfahrzeuge bahnen sich ihren Weg durch den Straßenverkehr, dazu sind die Straßen eng und Autofahrer häufig ungeduldig, wenn ein Radfahrer vor ihnen fährt – die Unfallgefahr steigt unweigerlich. Da liegt es nahe, mit dem Drahtesel auf den Gehweg auszuweichen und sich dort fortzubewegen. Doch das Fahrradfahren auf dem Gehweg ist verboten. Denn ein Fahrrad gilt als Fahrzeug und gemäß § 2 Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Fahrzeuge “die Fahrbahnen benutzen”. Eine Missachtung der gesetzlichen Vorschriften und ein widerrechtliches Befahren des Gehweges zieht ein Verwarngeld nach sich.

Besonderheiten Fahrradwege

Nicht immer müssen Radfahrer die Straße benutzen. In einigen Fällen ist es sogar verboten. Nämlich dann, wenn runde blaue Verkehrszeichen mit einem weißen Fahrradsymbol einen Radweg ausweisen. In diesem Fall gilt eine Radwegebenutzungspflicht. Fahrradfahrer müssen auf dem Radweg fahren. Ansonsten steht es Radfahrern frei, ob sie sich auf der Straße oder auf einem Radweg fortbewegen. In jedem Fall ist es allerdings nicht erlaubt, auf dem Gehweg zu fahren.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Fahrradfahren auf dem Gehweg: Bußgelder

Verstoßen Radfahrer gegen die Vorschriften der StVO und benutzen rechtswidrig den Gehweg, droht laut Bußgeldkatalog ein Verwarngeld. Die Höhe der Sanktion ist von der Schwere des Vergehens abhängig. So wird das bloße unerlaubte Fahrradfahren auf dem Gehweg mit 15 Euro geahndet. Behindert oder gefährdet der Radfahrer dabei Fußgänger, steigt das Bußgeld auf bis zu 25  Euro an. Verursacht der Verkehrssünder gar einen Unfall, muss er 30 Euro zahlen.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Unerlaubtes Fahren auf dem Gehweg

15€

-

-

...mit Behinderung 

20€

-

-

...mit Gefährdung

25€

-

-

...mit Unfall

30€

-

-

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Fahrradfahren auf dem Gehweg: was gilt für Kinder?

Das Fahrradfahren auf dem Gehweg ist grundsätzlich verboten, doch es gelten bestimmte Sonderregelungen. So besteht für Kinder, die jünger als acht Jahre sind, sogar die Pflicht, mit dem Rad auf dem Gehweg zu fahren. Dies allerdings nur, wenn es keinen Radweg gibt, der von der Fahrbahn abgetrennt ist. Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren dürfen mit dem Fahrrad auf dem Bürgersteig fahren, wenn sie möchten. Sie können frei entscheiden, ob sie den Gehweg, den Fahrradweg oder die Straße nutzen.

Insbesondere jüngere Kinder sind im Straßenverkehr auf dem Fahrrad nicht alleine unterwegs. Für gewöhnlich haben sie eine Begleitperson (das Mindestalter beträgt hierbei 16 Jahre), die ebenfalls mit dem Rad fährt. Ist das Kind unter acht Jahre alt und nutzt den Bürgersteig, darf der Begleiter/die Begleiterin seit einer Gesetzesänderung im Dezember 2016 genauso mit dem Rad den Gehweg befahren.

Regelungen zum gemeinsamen Fuß- und Radweg

Eine Ausnahme gilt auch bei gemeinsamen Fuß- und Radwegen. Hier ist das Fahrradfahren auf dem Gehweg ebenfalls erlaubt. Radfahrern steht es allerdings frei, auch auf der Straße zu fahren. Gemeinsame Fuß- und Radwege sind durch Zusatzzeichen ausgewiesen, zum Beispiel “Radfahrer frei”. Andererseits kann ein blaues Verkehrszeichen mit einem weißen Fußgänger- und Fahrradsymbol Radfahrern auch vorschreiben, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg zu benutzen. Hierbei gibt es zwei Arten:

  • Trennung der Symbole durch einen senkrechten Strich bedeutet, dass Fußgänger und Radfahrer jeweils unterschiedliche Seiten des Weges nutzen müssen
  • Trennung der Symbole durch einen waagrechten Strich erlaubt eine gemeinsame Nutzung des Weges

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