Fahrerlaubnis und Führerschein

Autofahren bedeutet Mobilität und Unabhängigkeit. Gerade für Personen, die auf ein Fahrzeug angewiesen sind, wie etwa Pendler, ist diese Art des „Luxus“ unabdingbar. Doch eine bestmögliche Mobilität und Unabhängigkeit gibt es nur unter bestimmten Bedingungen: Wer Auto oder Motorrad fahren will, braucht eine gültige Fahrerlaubnis bzw. einen Führerschein.

Unterschied zwischen Führerschein und Fahrerlaubnis

Die Begriffe “Führerschein” und “Fahrerlaubnis” werden im Volksmund häufig synonym verwendet. Doch sie sind keineswegs gleich. Die Fahrerlaubnis ist eine offizielle Zulassung zum Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr. Der Führerschein dagegen ist ein behördliches Dokument, das die Fahrerlaubnis belegt. Das Straßenverkehrsgesetz (StVG) bildet die gesetzliche Grundlage:

(1) Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Erlaubnis (Fahrerlaubnis) der zuständigen Behörde (Fahrerlaubnisbehörde). Die Fahrerlaubnis wird in bestimmten Klassen erteilt. Sie ist durch eine amtliche Bescheinigung (Führerschein) nachzuweisen. […] (§ 2 Abs. 1 StVG)

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Ordnungswidrigkeiten und Straftaten in Zusammenhang mit Fahrerlaubnis und Führerschein

Im Zusammenhang mit der Fahrerlaubnis und dem Führerschein gibt es einige Vergehen, die hauptsächlich nach dem Verkehrsrecht, aber auch nach dem Strafrecht geahndet werden. So stellt das Fahren eines Kraftfahrzeuges ohne eine gültige Fahrerlaubnis eine Straftat dar. Das Straßenverkehrsgesetz (StVG) sieht hierfür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor.

Das bloße Nichtmitführen des Führerscheins bei Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis hingegen ist eine Ordnungswidrigkeit. Diese kostet den Führerscheinbesitzer 10 Euro Verwarngeld. Der Bußgeldkatalog bestimmt darüber hinaus eine Reihe weiterer Ordnungswidrigkeiten.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Nichtmitführen des Führerscheins

10€



Nicht unverzügliches Anzeigen des verlorenen Führerscheins, sowie das Nichtveranlassen eines Ersatzdokuments

10€

-

-

Der Führerschein wurde nach Verlust und Wiederfinden, nachdem jedoch ein neuer Führerschein ausgehändigt wurde, nicht unverzüglich bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde abgeliefert

25€

-

-

Nach Entziehung der Fahrerlaubnis wurde der Führerschein nicht unverzüglich abgegeben

25€

-

-
Der Führerschein wurde nicht zur Eintragung von Beschränkungen oder Auflagen bei der Behörde abgegeben

25€

-

-

Erforderlicher Führerschein wurde nicht bei der Fahrgastbeförderung mitgeführt

10€

-

-

Keinen erforderlichen Führerschein bei der Fahrgastbeförderung auf Verlangen von zuständigen Personen ausgehändigt

10€

-

-

Der Führerschein zur Fahrgastbeförderung wurde nach Entziehung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung nicht unverzüglich abgegeben

25€

-

-

Nach Entziehung der Fahrerlaubnis wurde der allgemeine Führerschein zur Fahrgastbeförderung nicht unverzüglich abgegeben

25€

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-

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Fahrerlaubnisklassen (Führerscheinklassen)

Für die unterschiedlichen Fahrzeugtypen (beispielsweise Auto oder Lkw) gibt es verschiedene Fahrerlaubnisklassen, auch als Führerscheinklassen bezeichnet. Diese Führerscheinklassen entsprechen quasi verschiedenen Abstufungen, wobei diese Stufen bzw. Klassen teilweise miteinander verknüpft sind: So ist es möglich, dass “höhere” Führerscheinklassen dazu berechtigen, auch Fahrzeuge “niedrigerer” Führerscheinklassen zu führen. Umgekehrt ist für die Fahrerlaubnis für bestimmte “höhere” Fahrzeugklassen die Fahrerlaubnis einer “niedrigeren” Fahrzeug- bzw. Fahrerlaubnisklasse Voraussetzung. Jede Führerscheinklasse setzt ein bestimmtes Mindestalter voraus. Dieses beträgt je nach dem 16 bis 21 Jahre.

Die Hauptklassen A (Motorrad), B (Pkw), C (Lkw), D (Bus) und E (Anhänger über 750 kg) besitzen in allen EU-Ländern Gültigkeit.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht einiger Fahrerlaubnisklassen. Angaben zu weiteren Fahrerlaubnisklassen und ausführliche Daten, etwa zu Unterklassen, Leistung und zulässiger Anzahl an Fahrzeuginsassen bietet das Kraftfahrt-Bundesamt.

Fahrerlaubnisklasse (enthaltene Klasse)

Fahrzeugtyp

Mindestalter

A (AM, A1, A2)

Krafträder (ohne Einschränkung);
dreirädrige Kraftfahrzeuge

20 Jahre

A2 (AM, A1)

Krafträder (mit Einschränkung)

18 Jahre

A1 (AM)

Leichtkrafträder;
dreirädrige Kraftfahrzeuge

16 Jahre

AM

Kleinkrafträder

16 Jahre

B (AM, L)

Pkw bis 3,5 t Gesamtgewicht

Pkw mit Anhänger bis 4,25 t Gesamtgewicht (Anhänger bis 750 kg)

Pkw mit Anhänger bis 3,5 t Gesamtgewicht (Anhänger über 750 kg)

B 96: Pkw mit Anhänger bis 4,25 t Gesamtgewicht (Anhänger über 750 kg)

BE: Pkw mit Anhänger bis 7 t Gesamtgewicht (Anhänger bis 3,5 t)

18 Jahre

17 Jahre beim Begleiteten Fahren

C (C1)

Lkw über 3,5 t Gesamtgewicht und Anhänger bis 750 kg (Fahrerlaubnis Klasse B Voraussetzung)

21 Jahre

18 Jahre bei Berufskraftfahrerausbildung

C1

Lkw bis 7,5 t Gesamtgewicht und Anhänger bis 750 kg (Fahrerlaubnis Klasse B Voraussetzung)

18 Jahre

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Fahren mit Begleitperson: Fahrerlaubnis mit 17 Jahren möglich

Um in Deutschland die Fahrerlaubnis erwerben zu können bzw. alleine Auto fahren zu dürfen, muss der Fahrzeugführer mindestens 18 Jahre alt sein. Damit junge Autofahrer jedoch schon früher im Straßenverkehr unter realen Bedingungen praktische Erfahrungen sammeln und entsprechende Sicherheit gewinnen können, wurde vor einigen Jahren „Begleitetes Fahren“ eingeführt. Bei diesem Führerscheinmodell können junge Menschen schon im Alter von 17 Jahren die Fahrerlaubnis erwerben. Nach bestandener Führerscheinprüfung dürfen sie mit einer zulässigen Begleitperson als Beifahrer das Auto im Straßenverkehr führen.

Wer darf als Begleitperson mitfahren?

Nur bestimmte Personen (maximal fünf), die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, dürfen als Begleitperson eingetragen werden. So müssen die Begleitpersonen mindestens 30 Jahre alt und fünf Jahre unfallfrei gefahren sein. Außerdem darf das Punktekonto in Flensburg nur maximal einen Punkt aufweisen. Für die Erteilung einer Fahrerlaubnis für das Begleitete Fahren benötigt die Fahrerlaubnisbehörde von den Begleitpersonen Personalien und Unterschriften sowie jeweils eine Kopie von Personalausweis und Führerschein.

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Die Probezeit nach Erwerb der Fahrerlaubnis

Auch wenn man auf das alleinige Autofahren hingefiebert hat, stellt es einen als Fahranfänger doch vor eine große Herausforderung. Manch junger Autofahrer überschätzt seine Kompetenzen beim Führen eines Kraftfahrzeuges einerseits und unterschätzt die Gefahren im Straßenverkehr andererseits. So ist beispielsweise das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit als eine der Hauptunfallursachen gerade bei jungen Autofahrern weit verbreitet. Aber auch die anfängliche Unsicherheit, alleine mit einem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen, spielt bei vielen Fahranfängern eine wesentliche Rolle und kann ebenfalls zu Unfällen oder anderweitigen Gefährdungen führen.

Deswegen existiert im Sinne der Verkehrssicherheit eine zweijährige Probezeit, die Fahranfänger direkt nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis absolvieren müssen. Während dieser zwei Jahre sieht der Gesetzgeber für Führerscheinneulinge strengere Regeln vor. Delikte im Straßenverkehr stehen unter härteren Strafen als bei erfahrenen, langjährigen Führerscheininhabern. Fahranfänger müssen neben den im Bußgeldkatalog festgelegten Sanktionen mit zusätzlichen Konsequenzen rechnen.

Probezeit: A- und B-Verstoß

In der Probezeit gibt es zwei Arten von verkehrsrechtlichen Vergehen: A-Verstoß und B-Verstoß. Ein A-Verstoß stellt ein sogenanntes schwerwiegendes Vergehen dar. Dies können sowohl Straftaten als auch Ordnungswidrigkeiten sein, beispielsweise Fahren ohne zulässige Begleitperson beim Führerschein ab 17, Alkohol am Steuer oder Handy am Steuer, aber auch fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung. Bei einem B-Verstoß handelt es sich um ein weniger schwerwiegendes Vergehen. Allerdings sind B-Verstöße mitunter nicht weniger gefährlich als A-Verstöße und können ebenfalls eine erhebliche Gefährdung des Straßenverkehrs darstellen. Zu den B-Verstößen zählen zum Beispiel das Parken auf der Autobahn, eine rechtswidrige Ladungssicherung oder das Teilnehmen am Straßenverkehr mit abgefahrenen Reifen (die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm).

Sowohl A- als auch B-Verstöße ziehen Konsequenzen hinsichtlich der Fahrerlaubnis nach sich. Ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße haben die Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahren zur Folge. Zusätzlich ist der Fahranfänger dazu verpflichtet, ein Aufbauseminar zu absolvieren. Gegebenenfalls wird darüber hinaus für mindestens sechs Monate die Fahrerlaubnis entzogen. Nämlich dann, wenn der Fahranfänger

  • das Aufbauseminar versäumt oder verweigert
  • drei A-Verstöße oder sechs B-Verstöße begangen hat

Der Betroffene darf sich in dieser Zeit nicht hinter das Steuer setzen.

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Führerschein machen – Vorschriften und Regelungen zum Erwerb der Fahrerlaubnis

Beim Erwerb der Fahrerlaubnis gibt es einige Hürden zu überwinden. Der Gesetzgeber sieht Vorschriften und Regelungen vor, an die sich der Führerscheinanwärter halten muss. Um das sichere Führen und die sichere Beherrschung eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr zu erlernen, besteht die Pflicht, in einer Fahrschule Theorie- und praktische Fahrstunden zu absolvieren und abschließende Prüfungen abzulegen. Am häufigsten wird der „klassische“ Autoführerschein erworben – die Fahrerlaubnisklasse B.

1. Wohnsitzprinzip

§ 7 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) schreibt vor, dass der Führerscheinbewerber in dem Land in dem er die Fahrerlaubnis erwirbt, mindestens 185 Tage lebt und seinen Hauptwohnsitz angemeldet hat. Zudem muss der Führerscheinanwärter den Führerschein möglichst am Hauptwohnsitz bzw. in dessen nahem Umkreis erwerben. In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, den Führerschein am Zweitwohnsitz zu machen. Die zuständige Straßenverkehrsbehörde muss hierzu allerdings die Genehmigung erteilen.

2. Sehtest

Vor der Anmeldung in einer Fahrschule ist eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung zum Nachweis der körperlichen und geistigen Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges verpflichtend. Die Fahrtauglichkeitsuntersuchung umfasst für alle Fahrerlaubnisklassen einen Sehtest. Der Umfang des Sehtests ist allerdings unterschiedlich.

Bewerber für eine Fahrerlaubnis als Motorrad-, Pkw- oder Traktorfahrer (Klassen A, B, L und T) können den Sehtest bei einem Optiker oder einem Augenarzt absolvieren. Die Sehleistung muss pro Auge 0,7 betragen (70 Prozent Sehkraft). Bei Nichterreichen des Wertes besteht die Möglichkeit, den Sehtest mit Sehhilfen zu wiederholen. Ist der Sehtest bestanden, erhält der Führerscheinbewerber eine entsprechende Bescheinigung. Bei Nichtbestehen des Sehtests ist eine augenärztliche Untersuchung mit einem Gutachten erforderlich.

Eine derartige Untersuchung ist für Bewerber als Berufskraftfahrer der Klassen C und D sowie für Taxifahrer verpflichtend. Ein Stehtest ist Bestandteil der Untersuchung. Vorgeschrieben ist eine Sehleistung von 0,8 pro Auge.

3. Erste-Hilfe-Kurs

Jeder Führerscheinanwärter ist dazu verpflichtet, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, zum Beispiel beim Deutschen Roten Kreuz oder beim Arbeiter-Samariter-Bund. Führerscheinbewerber sollen durch eine Erste-Hilfe-Grundausbildung zum einen den Umgang mit verletzten Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall erlernen. Zum anderen ist die Sensibilisierung für Gefahren im Straßenverkehr Ziel des Kurses.

4. Fahrausbildung

Die Fahrausbildung ist wesentlicher Bestandteil beim Erwerb der Fahrerlaubnis. In theoretischen und praktischen Übungsstunden eignen sich Führerscheinbewerber sowohl Verkehrsregeln als auch das sichere und ordnungsgemäße Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr an. Doch kein Lernen und “Büffeln” ohne Prüfung: Sowohl Theorie als auch Praxis sind jeweils erst nach Bestehen einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen.

5. Antrag auf Fahrerlaubnis

Vor der praktischen Fahrprüfung muss die Fahrschule oder der Führerscheinbewerber selbst einen Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis stellen. Dies geschieht entweder beim Bürgeramt oder bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde. Dazu muss die Fahrschule bzw. der Führerscheinbewerber verschiedene Unterlagen einreichen:

  • Bescheinigung der Fahrschule
  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • aktuelles biometrisches Foto
  • Sehtestbescheinigung
  • Bescheinigung des Erste-Hilfe-Kurses

Je nach Fahrerlaubnisklasse sind zudem noch andere Dokumente erforderlich, etwa ein Nachweis über körperliche und geistige Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges.

Sobald die Fahrschule sowohl die Genehmigung als auch den Prüfauftrag der Fahrerlaubnisbehörde erhalten hat, ist eine Anmeldung zur praktischen Prüfung möglich.

6. Kosten einer Fahrerlaubnis

Der Führerschein bzw. der Erwerb einer Fahrerlaubnis ist ein durchaus teures Vergnügen. Die Kosten sind dabei – abhängig von der Fahrschule sowie der Fahrerlaubnisklasse – unterschiedlich hoch. Der “typische” Autoführerschein (Klasse B) etwa kostet rund 2.000 Euro. Die Kosten umfassen dabei unter anderem die Anzahl der Fahrstunden, Prüfungsgebühren und eine Grundgebühr für  die Fahrschule. Auch für den Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis sowie für den Sehtest und den Erste-Hilfe-Kurs fallen Kosten an.

Es lohnt sich, vor der Anmeldung bei einer Fahrschule die Preise, aber auch die Angebote bzw. die Leistungen der Fahrschulen miteinander zu vergleichen, um die am meisten geeignete Fahrschule auszuwählen.

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Fahrverbot und Fahrerlaubnisentzug

Ein Fahrverbot oder ein Fahrerlaubnisentzug sind Teil des Strafmaßes infolge einer Ordnungswidrigkeit oder einer Straftat im Straßenverkehr. Beide Sanktionen drohen Verkehrssündern bei sehr schwerwiegenden Vergehen oder wenn sie Wiederholungstäter sind. Sowohl mit einem Fahrverbot als auch mit einem Fahrerlaubnisentzug geht ein Verbot einher, als Kraftfahrzeugführer am Straßenverkehr teilzunehmen. Doch im Detail bestehen zwischen beiden Begriffen wichtige Unterschiede.

Fahrverbot

Bei einem Fahrverbot zieht die Fahrerlaubnisbehörde den Führerschein des Betroffenen – je nach Einzelfall – für einen bis drei Monate ein. Nach Ablauf dieser Frist erhält der Betroffene seinen Führerschein wieder zurück, sodass er ab diesem Zeitpunkt wieder ein Fahrzeug im Straßenverkehr führen darf.

Fahrerlaubnisentzug

Während bei einem Fahrverbot die generelle Fahreignung des Führerscheinbesitzers nicht in Frage gestellt wird, hat ein Fahrerlaubnisentzug zur Folge, dass der Führerschein gänzlich ungültig wird. Der Betroffene ist nicht mehr dazu berechtigt, ein Kfz zu führen. Für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ist ein Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde erforderlich. Dies kann jedoch erst nach Ablauf der Sperrfrist erfolgen, die zwischen sechs Monaten und fünf Jahren beträgt. Zudem muss der Betroffene vor Wiedererteilung der Fahrerlaubnis seine Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges nachweisen.

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Verzicht auf Fahrerlaubnis

Die Berechtigung, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen, kann zum einen infolge eines Fahrerlaubnisentzuges durch die Behörde erlöschen. Zum anderen ist es auch möglich, freiwillig auf die Fahrerlaubnis zu verzichten. Dies erfolgt durch eine schriftliche Verzichtserklärung, die bei der Fahrerlaubnisbehörde eingereicht wird. Gründe für einen freiwilligen Fahrerlaubnisverzicht können beispielsweise gesundheitliche Probleme oder Unsicherheit beim Fahren sein, etwa aufgrund fortgeschrittenen Alters.

Ein freiwilliger Verzicht auf die Fahrerlaubnis kann allerdings auch erfolgen, wenn nach einem Fehlverhalten im Straßenverkehr der Fahrerlaubnisentzug durch die Behörde bevorsteht. In diesem Fall hat der Führerscheinbesitzer die Möglichkeit, freiwillig die Fahrerlaubnis aufzugeben, ehe sie entzogen wird.

Um nach einem freiwilligen Verzicht die Fahrerlaubnis wiederzuerhalten, muss der Betroffene die Wiedererteilung bei der zuständigen Behörde beantragen. Ebenso muss er nachweisen, dass er dazu geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Es gelten dieselben gesetzlichen Regelungen wie bei einem Fahrerlaubnisentzug durch die Behörde.

Hinsichtlich eines freiwilligen Verzichtes auf die Fahrerlaubnis ist zu beachten, dass Punkte in Flensburg – anders als bei einem angeordneten Fahrerlaubnisentzug – nicht automatisch aus dem Fahreignungsregister gelöscht, sondern beibehalten werden. Allerdings spart sich der Betroffene bei einem freiwilligen Verzicht die Verwaltungsgebühren.

Ersatzführerschein

Besonders ärgerlich ist ein gestohlener oder verlorener Führerschein. Doch was tun? Inwiefern darf der Betroffene noch ein Fahrzeug führen? Abhängig davon, ob der Führerschein gestohlen oder verloren worden ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In jedem Fall sollte der Betroffene die Fahrerlaubnisbehörde am Hauptwohnsitz über den Verlust des Führerscheins informieren und Antrag auf einen Ersatzführerschein stellen. Bei  einem verlorenen Führerschein ist eine Bestätigung des Führerscheininhabers durch eine eidesstattliche Versicherung notwendig, dass das Dokument wirklich verloren gegangen ist. Ist der Führerschein gestohlen worden, ist der Diebstahl bei der Polizei anzuzeigen. Die Anzeige dient auch dazu, eine Dokumentenfälschung auszuschließen.

Für die Beantragung eines neuen Führerscheins sind sowohl ein gültiger Personalausweis oder Reisepass als auch ein biometrisches Foto erforderlich. Zudem benötigt die Fahrerlaubnisbehörde unter Umständen einen Auszug aus dem Fahrerlaubnisregister, eine sogenannte Karteikartenabschrift mit den Fahrerlaubnisdaten des Führerscheininhabers. Dies ist der Fall, wenn die Ausstellungsbehörde des abhanden gekommenen Führerscheins nicht der Behörde am gegenwärtigen Hauptsitz des Betroffenen entspricht oder wenn der Führerschein kein EU-Führerschein gewesen ist. Eine Karteikartenabschrift fertigt die Ausstellungsbehörde des letzten Führerscheines an.

Kosten für einen Ersatzführerschein

Die Gebühren eines Ersatzführerscheines liegen genauso wie die einer eidesstattlichen Versicherung etwa zwischen 35 und 40 Euro. Falls der verlorene oder gestohlene Führerschein wieder auftaucht, ist er umgehend der Fahrerlaubnisbehörde zukommen zu lassen. Kommt der Betroffene dieser Pflicht nicht nach, erwarten ihn 25 Euro Bußgeld.

Es besteht die Möglichkeit, für 10 bis 25 Euro einen vorläufigen Führerschein zu erhalten, solange der neue Führerschein noch nicht ausgestellt ist bzw. der Antrag bearbeitet wird. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein vorläufiger Führerschein nur in Deutschland Gültigkeit besitzt.

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