Europäischer Führerschein

Ob in Deutschland oder im Ausland: Mobilität und Selbstständigkeit im Straßenverkehr ist für  die meisten Menschen von großer Bedeutung. Entsprechend leisten sich immer mehr Menschen ein Auto, kann man doch mit einem eigenen Kfz beliebig von A nach B fahren. Gerade im Urlaub, wenn man sich mit dem Verkehrsnetz der öffentlichen Verkehrsmittel nicht genügend auskennt und die Verständigung aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse hapert, ist das eigene Auto oder ein Mietwagen unersetzlich. Doch um sich auch im Ausland  überhaupt hinter das Steuer setzen zu dürfen, ist eine gültige Fahrerlaubnis erforderlich: der Fahrer muss im Besitz des EU-Führerscheins sein. Denn nicht allen Ländern berechtigt der nationale Führerschein dazu, ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu führen.

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Gesetzliches zum EU-Führerschein

Damit Autofahrer innerhalb der EU jedoch die bestmögliche Mobilität besitzen und möglichst  problemlos am am Straßenverkehr teilnehmen können, hat sich die Europäische Union die Vereinheitlichung verschiedener Gesetze der EU-Länder zum Ziel gesetzt. Dazu wurde bereits im Dezember 2006 auf Grundlage der dritten Führerscheinrichtlinie 2006/126/EG der europäische Führerschein (EU-Führerschein) eingeführt.

Der EU-Führerschein ermöglicht zudem eine einfache Identitätskontrolle und Ahndung von Verstößen im Straßenverkehr durch ausländische Fahrer. So können Polizei und Behörden unter anderem sowohl die Fälschung von Führerscheinen als auch den Führerscheintourismus unterbinden.

EU-Führerschein: Zusammenhang mit Führerscheintourismus

Der EU-Führerschein ermöglicht Kfz-Fahrern mehr Mobilität und Unabhängigkeit insbesondere im Ausland. Doch auch Polizei und Behörden profitieren von einem einheitlichen Führerschein und den dazugehörigen Regelungen zur Fahrerlaubnis. Denn der EU-Führerschein verhindert den sogenannten Führerscheintourismus. Dieser war vor der Umsetzung der dritten EU-Führerscheinrichtlinie 2009 auch in Deutschland weit verbreitet. Fahrern, denen die Fahrerlaubnis entzogen worden war, konnten diese im Ausland unter weniger strengen Bedingungen wiedererlangen. Mit der Gültigkeit des EU-Führerscheins ist ein derartiger „Führerscheintourismus“ nicht mehr möglich. Denn der Führerscheinbesitzer muss einen längeren Zeitraum in dem Land gelebt haben, in dem die Fahrerlaubnis erteilt worden ist.

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EU-Führerschein: Pflicht für jeden Führerscheininhaber

Innerhalb der EU ist der europäische Führerschein verpflichtend. Dies gilt sowohl für langjährige Führerscheininhaber als auch für Führerscheinanwärter. Auf dem EU-Führerschein sind unter anderem Angaben zur Person, die Fahrzeugklassen sowie Ausstellungsbehörde und Ausstellungsdatum vermerkt. Auch ein Foto des Besitzers ist abgebildet. Die Form des EU-Führerscheins ähnelt der einer Kreditkarte.

In Deutschland besitzt der EU-Führerschein seit dem 19. Januar 2013 Gültigkeit. Führerscheine, die nach diesem Datum ausgestellt worden sind, sind bereits europäische Führerscheine. Führerscheine, deren Ausstellungsdatum vor dem 19. Januar 2013 liegt, müssen jedoch gegen den EU-Führerschein umgetauscht werden. Die verantwortliche Fahrerlaubnisbehörde informiert die betroffenen Führerscheinbesitzer über die festgelegten Fristen des Umtausches und wann dieser erfolgen muss. Entscheidend hierbei sind das Ausstellungsjahr des Führerscheines oder das Geburtsjahr des Führerscheinbesitzers. Als späteste Umtauschfrist gilt der 19. Januar 2033. Der Umtausch des Führerscheins kostet 24 Euro. Dazu können Versandgebühren kommen.

EU-Führerschein: Fahrerlaubnis für Lkw und Busse

Sowohl für Lkw-Führerscheine (C1, C1E, C, CE) und Busführerscheine (D1, D1E, D, DE) gelten Sonderregelungen. Hierbei ist entscheidend, wann die Fahrerlaubnis erworben wurde. So besitzen nationale Führerscheine mit einem Ausstellungsdatum vor 2013 eine Gültigkeit bis zum 50. Lebensjahr des Führerscheininhabers. Im Anschluss muss dieser einen Antrag auf Verlängerung der Fahrerlaubnis stellen. Die Verlängerung wird jeweils für fünf Jahre erteilt. Lkw- bzw. Busführerscheine, die seit dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden, gelten bereits jeweils lediglich für fünf Jahre. Alle fünf Jahre muss entsprechend eine Verlängerung der Fahrerlaubnis erfolgen. Dazu sind sowohl ein Gesundheitstest als auch ein Sehtest erforderlich. Busfahrer müssen zudem ihre geistige und körperliche Eignung nachweisen und einen Leistungs- und Funktionstest erfolgreich absolvieren.

Für eine Verlängerung des Lkw- oder Busführerscheines fallen Kosten bis 200 Euro an, die der Führerscheininhaber selbst zahlen muss. Nach Ablauf der Fahrerlaubnis dürfen Lkw- und Busfahrer erst dann wieder mit einem entsprechenden Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen, wenn der Antrag auf Verlängerung genehmigt wurde. Setzt sich der Fahrer in dieser Zeit dennoch hinter das Steuer eines Lkw oder Busses, ist der Straftatbestand Fahren ohne Fahrerlaubnis erfüllt. Gleiches gilt für das Fahren mit einem abgelaufenen Führerschein. Hierfür sieht § 21 des Straßenverkehrsgesetz (StVG) eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe vor.

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EU-Führerschein: begrenzte Gültigkeit

Während der nationale Führerschein für Pkw und Motorrad unbegrenzt ist, ist der EU-Führerschein auf 15 Jahre befristet. Nach Ablauf dieses Zeitraumes müssen Führerscheinbesitzer einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen. Eine nochmalige Fahrprüfung muss allerdings nicht absolviert werden. Hintergrund der Befristung des europäischen Führerscheines ist die Sicherstellung der Aktualität der Informationen auf dem Führerschein. Das Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr mit abgelaufener Fahrerlaubnis wird mit einem Verwarngeld geahndet. Genau wie der Umtausch des Führerscheins betragen auch die Kosten für die Verlängerung der Fahrerlaubnis 24 Euro.

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