Drohnen im Straßenverkehr

Immer mehr Drohnen bevölkern den Himmel. Die Anzahl der unbemannten Fluggeräte, die vom Boden aus ferngesteuert werden, nimmt stetig zu. Drohnen dienen dazu, Fotos oder Videos aufzunehmen und werden sowohl von Privatpersonen als auch von gewerblichen Unternehmen genutzt. Während viele die Fluggeräte aus Spaß an der Freude herumfliegen lassen, setzen andere Drohnen zur Überwachung ein. Doch was wohl die meisten Drohnenführer unterschätzen: diese Geräte können eine enorme Gefahr darstellen und sowohl den Luftverkehr als auch den Straßenverkehr gefährden.

Nicht selten behindern Drohnen den Flugverkehr, da sie zu nah an Start- oder Landebahnen fliegen. Im Straßenverkehr können gefährliche Situationen entstehen, wenn die Drohne mit Fahrzeugen kollidiert oder auf die Fahrbahn fällt. Damit derartige Gefahrensituationen möglichst verhindert werden, muss zum einen die Steuerung einer Drohne immer mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit erfolgen. Zum anderen gibt es gemäß “Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” gesetzliche Vorschriften, die Drohnenführer bzw. Drohnenbesitzer einhalten müssen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgelder

Bei einem Verstoß gegen die Regelungen der eben genannten Verordnung, gegen die Luftverkehrsordnung (LuftVO) oder das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) droht ein mitunter sehr hohes Bußgeld. Dieses ist nicht einheitlich festgelegt, sondern abhängig von den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes.

Doch nicht nur verkehrsrechtliche Vergehen stehen unter Strafe. Auch das Aufnehmen von Fotos oder Videos mit einer Drohnenkamera ist verboten, wenn unbeteiligte Personen ohne deren Einverständnis und Wissen aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich um ein Verstoß gegen die Datenschutzrichtlinien und die Persönlichkeitsrechte.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Drohnenführerschein

Beträgt das Gewicht der Drohne über zwei Kilogramm, müssen Drohnenführer einen “Drohnenführerschein” erwerben, um das Fluggerät steuern zu dürfen. Der Schein hat eine Gültigkeit von jeweils fünf Jahren. Für den Drohnenführerschein muss der Betroffene

  • eine Pilotenlizenz oder
  • eine erfolgreich absolvierte Prüfung (Mindestalter 16 Jahre), die von einer vom Luftfahrt – Bundesamt anerkannten Stelle bescheinigt wurde,

nachweisen.

Bei Flugmodellen genügt ein Nachweis, dass eine Einweisung durch einen Luftsportverein stattgefunden hat. Das Mindestalter liegt hier bei 14 Jahren.

Wiegt eine Drohne mehr als fünf Kilogramm, muss die zuständige Landesluftfahrtbehörde zusätzlich die Erlaubnis zur Nutzung der Drohne erteilen. Auch bei Gebrauch des Fluggerätes in der Nacht ist eine Extragenehmigung erforderlich. Eine Ausnahme gilt für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr; die Einsatzkräfte benötigen keine Einwilligung.

Wie viel kostet ein Drohnenführerschein?

Die Kosten für einen Drohnenschein sind nicht pauschal festgelegt. Abhängig von der Flugschule und der Art der Lizenz ist der Schein unterschiedlich teuer. Eine Prüfungsbescheinigung vom Luftfahrt-Bundesamt ist beispielsweise erheblich kostengünstiger als ein Pilotenschein, mit dem auch größere Flugzeuge gesteuert werden dürfen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Versicherung von Drohnen

Der Gesetzgeber schreibt eine Haftpflichtversicherung für Drohnen vor. Verursacht das Fluggerät Schäden, werden diese durch die Versicherung abgedeckt. Zu vergleichen ist diese Schadensregulierung mit der eines Autounfalls, bei dem die Kfz-Haftpflichtversicherung für Unfallschäden an anderen beteiligten Fahrzeugen eintritt. Wie beim Auto ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Haftpflichtversicherung keine Schäden übernimmt, die an der Drohne selbst entstehen. Das Nichtabschließen einer Drohnen-Versicherung kann bei einem Unfall ein Bußgeld nach sich ziehen.

Um selbst verursachte Schäden am Fluggerät abzudecken, haben Drohnenbesitzer die Möglichkeit einer Vollkaskoversicherung. Sinnvoll ist dies besonders bei einer gewerblichen Nutzung der Drohne. Da die Angebote, Leistungen und Voraussetzungen der Versicherungsunternehmen unterschiedlich sind, sollten Drohnenbesitzer diese im Vorfeld miteinander vergleichen. Insbesondere die Deckungssumme ist hier relevant, denn diese variiert je nach Versicherung stark.

Kennzeichnung von Drohnen

Fluggeräte, die mehr als 250 Gramm wiegen, müssen seit Oktober 2017 mit einer Plakette gekennzeichnet werden, auf der Name und Adresse des Drohnenbesitzers stehen. Auf diese Weise kann bei einem Vergehen gegen das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) die Identität des Betroffenen festgestellt und der Verstoß entsprechend sanktioniert werden. Grundsätzlich trägt der Drohnenbesitzer die Haftung in einem Schadensfall. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn ein Dritter die Drohne ohne Kenntnis des Eigentümers steuert. In diesem Fall haftet der Führer des Luftfahrzeuges.

Der Drohnenbesitzer muss die Plakette feuerfest, dauerhaft und sichtbar an seinem Luftfahrzeug befestigen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Flugverbot für Drohnen

In einigen Fällen gilt ein Flugverbot für Drohnen. Das Bedienen einer Drohne ist  grundsätzlich untersagt, wenn

  • das Gewicht über 25 Kilogramm beträgt oder
  • die Flughöhe bei über 100 Metern liegt

Bei einem Gewicht von weniger als fünf Kilogramm muss das Fluggerät stets in Sichtweite des Drohnenführers sein. Allerdings gilt eine Sonderregelung, sofern der Drohnenführer bzw. der Drohnenbesitzer eine Erlaubnis und einen Kenntnisnachweise für das Fluggerät besitzt und die Landesluftfahrtbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilt hat.

Darüber hinaus besteht in folgenden Gebieten ein Flugverbot für Drohnen:

  • Flughäfen und Flugplätze
  • Einsatzorte von Rettungsdiensten
  • Verfassungsorgane, zum Beispiel Behörden oder der Bundestag
  • Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen
  • Menschenansammlungen
  • Wohngrundstücke, wenn die Drohne Funksignale übertragen kann oder mehr als 0,25 kg wiegt
  • Naturschutzgebiete und Industrieanlagen

Das widerrechtliche Fliegen von Drohnen wird mit einem Bußgeld geahndet.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.