Drogenscreening

Um den Problemen des realen Lebens oder der Tristesse des Alltags zumindest für ein paar Stunden zu entfliehen, greifen immer wieder Menschen zu berauschenden Mitteln, um sich in Hochstimmung oder in eine andere (Schein)Welt versetzen zu lassen. Während viele sich auf den Konsum von Alkohol “beschränken”, greifen andere zu illegalen Drogen wie Ecstasy, Speed oder Kokain. Dabei beeinflusst der Drogenkonsum nicht nur das eigene Leben – auch Mitmenschen und Umfeld bekommen die Auswirkungen zu spüren. Ganz besonders im Straßenverkehr ist die Einnahme von berauschenden Mitteln gefährlich, denn sie führt zu einer massiven Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit und erhöht die Unfallgefahr immens.  

Die Einnahme von Drogen bzw. Rauschmitteln gerade im Straßenverkehr ist natürlich verboten; eine zivil- oder strafrechtliche Verfolgung und Ahndung ist allerdings nur mit einem eindeutigen Beweis möglich. Daher muss in entsprechenden Verdachtsfällen in einem Labor ein Drogenscreening durchgeführt werden.

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Nachweis von Drogen: Schnelltest und Blutuntersuchung

Bei Verdacht auf Drogen- oder Alkoholkonsum führen Polizisten zunächst einen Schnelltest durch. Während eine Drogeneinnahme durch eine Urin- oder Schweißprobe festgestellt wird, erfolgt der Nachweis des Promillewertes nach Alkoholkonsum durch einen Atemalkoholtest. Ist der Schnelltest positiv, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Im Gegensatz zu einem Schnelltest hat die Blutuntersuchung auch als Beweismittel vor Gericht Relevanz. Bestätigt die Blutuntersuchung das Ergebnis des Schnelltests und fällt auch positiv aus, ist der Drogen- bzw. Alkoholkonsum nachgewiesen. Aus dem „gerichtsfesten“ Nachweis der Einnahme von Alkohol oder Drogen ergeben sich Sanktionen wie Geldbuße, Punkte in Flensburg, Fahrverbot und/oder eine strafrechtliche Verfolgung des Vergehens. In Abhängigkeit von der Konzentration des Alkohols bzw. der Drogen im Blut, wird unter Umständen eine medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) angeordnet, die der Betroffene absolvieren muss. Voraussetzung, um zu einer MPU überhaupt zugelassen zu werden, ist allerdings der offizielle Nachweis einer Alkohol- bzw. Drogenabstinenz über sechs bis zwölf Monate, wobei während dieses Zeitraums mehrere Alkohol- bzw. Drogenscreenings durchgeführt werden.

Untersuchung im Labor

Bild von Drogen

Ein Drogenscreening ist eine Untersuchung zum Nachweis von Drogenkonsum und spielt besonders im Verkehrsbereich eine große Rolle.

Ein Drogenscreening wird zum einen im Rahmen einer MPU in Auftrag gegeben. Zum anderen haben sowohl Staatsanwaltschaft oder Gericht als auch Arbeitsamt oder Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ein Drogenscreening anzuordnen, um einen möglichen Drogenkonsums der getesteten Person zu überprüfen. Eine solche Untersuchung erfordert besondere Fachkenntnisse und technische Voraussetzungen und kann grundsätzlich nur in einem geeigneten Labor (nicht aber durch die Polizei) durchgeführt werden. Während ein Schnelltest vor Ort zum Beispiel durch die Polizei nur bestimmte (einzelne) Drogen nachweisen soll, werden bei einem Screening als „breitgefächerter Suche“ über Tage oder Monate unterschiedliche Tests zusammengefasst. Dabei sollen ganz verschiedene und möglichst vielen Drogen (Kokain, Cannabis etc.) in Haaren oder in Körperflüssigkeiten wie Urin, Blut oder Speichel nachgewiesen werden.

Sowohl beim Drogenscreening (im Labor) als auch bei den Schnelltests (durch die Polizei) müssen die Nachweiszeiten der jeweiligen Substanzen in den dem Körper entnommenen Materialien beachtet werden. Während die Nachweiszeiten in Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin relativ kurz sind, können die gesuchten Substanzen in den Haaren (in denen sie abgelagert werden) unter Umständen noch nach Monaten nachweisbar sein.

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Wie läuft ein Drogenscreening ab?

Vor Beginn eines Drogenscreenings bestimmt die Behörde zunächst den Zeitraum, über den der Betroffene seine Abstinenz nachweisen muss. Dieser wird dann zu ihm nicht bekannten, unregelmäßigen Terminen telefonisch oder brieflich zu einer Untersuchung bzw. Probeentnahme im Labor einbestellt, die für gewöhnlich innerhalb von 36 Stunden zu erfolgen hat. Durch die Unregelmäßigkeit und Unvorhersehbarkeit der Termine für den Betroffenen sollen Manipulationen verhindert werden.

Der technische Ablauf im Labor besteht aus der Überprüfung der Identität des Betroffenen und anschließend der Entnahme (unter fachlicher Aufsicht) der Körpermaterialien (Urin, Haare etc.). Das entnommene Material wird aufgeteilt in die A-Probe (sofortige Untersuchung), B-Probe (Reservematerial zur Analyse, falls Probe A positiv ist) und C-Probe (eingefroren für evtl. spätere Untersuchungen). Falls sowohl die A- als auch die B-Probe positiv sind, gilt der Alkohol- bzw. Drogenkonsum als offiziell nachgewiesen – der Betroffene hat dann neben strafrechtlichen Sanktionen und dem Entzug des Führerscheins unter Umständen weitere Konsequenzen zu befürchten, wie etwa die Kündigung seiner Arbeitsstelle.

Die Kosten für eine solche Screening-Analyse hängen vom Umfang der Untersuchung ab (Haaranalysen etwa 180 bis 300 Euro, Urinuntersuchungen ungefähr 45 bis 180 Euro) und müssen vom Betroffenen selbst bezahlt werden.

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