Carsharing

Ein eigenes Auto ist ein kostspieliger Luxus, den sich nicht jeder leisten kann oder möchte. Gerade in einer Großstadt bei dichtem Verkehr kostet eine Autofahrt häufig auch viel Zeit, sodass man das Kfz lieber stehen lässt und öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Als Alternative zum eigenen Auto nutzen viele das sogenannte Carsharing. Carsharing-Unternehmen bieten in Städten und Gemeinden an unterschiedlichen Standorten Autos zum Fahren an.

Nach einer kostenpflichtigen Registrierung bei einem der Anbieter können die Nutzer mit den Autos fahren. Abhängig vom Anbieter zahlt der Nutzer die Mietgebühr für das Carsharing entweder mit einem jährlichen Beitrag oder pro gefahrene Minute, pro Stunde oder pro Kilometer. Die Spritkosten sind in der Regel bereits in der Mietgebühr mit inbegriffen. Die Anmietung der Fahrzeuge erfolgt telefonisch, per App oder online.

Carsharing wird größtenteils von gewerblichen Unternehmen betrieben. Aber auch Privatpersonen können ihr Fahrzeug anderen zur Verfügung stellen. Die Vermietung erfolgt über Internetplattformen mit Informationen zu Fahrzeugtyp und Zeitraum, für den Halter ihr Kfz anbieten.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Carsharing: Bußgelder bei Fehlverhalten

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Carsharing-Unternehmen legen die Bußgelder bei Verstößen fest. Da die Bußgelder unterschiedlich hoch ausfallen, ist es ratsam, die AGB genau zu lesen.

Begeht der Carsharing-Nutzer eine Ordnungswidrigkeit, beispielsweise eine Geschwindigkeitsüberschreitung, erhält er von dem Unternehmen den Bußgeldbescheid. Die Weiterleitung des Bescheides kann jedoch länger dauern, sodass die Einspruchsfrist  womöglich verstrichen ist. Da eine eventuelle Fristversäumnis aber nicht das Verschulden des Betroffenen ist, ist es möglich, eine “Wiedereinsetzung in den vorigen Stand” zu beantragen. Hierbei ist es empfehlenswert, einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen.

Gerät der Fahrer in eine Polizeikontrolle, wird der Carsharing-Anbieter grundsätzlich darüber informiert. Erfährt das Unternehmen auf diese Weise, dass nicht die im Vertrag genannte Person hinter dem Steuer gesessen hat, kann es eine Geldstrafe verhängen.

Im Falle einer Ordnungswidrigkeit bei privater Autovermietung erhält zunächst der Fahrzeughalter einen Bußgeldbescheid. Aufgrund der hinterlegten Daten des Mieters bei der Anmeldung kann der Halter den Bußgeldbescheid an den Betroffenen weiterleiten.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Verstoß/ Sachverhalt

Bußgeld/ Kosten

Bearbeitung eines

... Bußgeldbescheides bei Ordnungswidrigkeiten

5 bis 20 Euro

... Sonderfalls (Straftaten, z. B. Alkohol am Steuer)

150 Euro

... Parkverstoßes
10 Euro
Servicehilfe vor Ort (z. B. bei Reifenpanne)
ab 25 Euro pro Stunde
Reparatur des Fahrzeuges
ab 50 Euro
Verlust des Fahrzeugschlüssels oder der Park-/Tankkarte
25 bis 350 Euro
Abschleppen des Kfz durch ein externes Unternehmen
ca. 80 bis 100 Euro (Rechung durch externes Unternehmen)
Bearbeitungsgebühr für das Abschleppen durch das Carsharing-Unternehmen
25 bis 50 Euro

Verbotene Fahrt ins Ausland


250 Euro

Sonderreingung des Fahrzeuges (z. B. bei Rauchen im Kfz)
ab 25 Euro

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Carsharing – Versicherungsschutz und Selbstbeteiligung

Eine zentrale Rolle spielt der Versicherungsschutz beim Carsharing, falls es zu einem Verkehrsunfall kommt. Carsharing-Autos sind in der Regel sowohl haftpflicht- als auch kaskoversichert. Dies gilt für gewerbliche wie für private Anbieter. Der Mietpreis umfasst neben den Spritkosten meistens bereits auch die Versicherungsgebühr. Allerdings ist die Selbstbeteiligung bei einem Unfall nicht einheitlich festgelegt. Vielmehr kann jeder Anbieter die Höhe der Selbstbeteiligung selbst bestimmen. Es ist jedoch unter Umständen möglich, gegen eine Gebühr die Kosten einer Selbstbeteiligung zu senken.

Carsharing-Unfall – die Schadensregulierung

Die Schadensregulierung nach einem Carsharing-Unfall übernimmt die jeweilige  Versicherung. Für selbst verursachte Schäden des Fahrers tritt allerdings nur eine Vollkaskoversicherung ein. Und dies auch nur dann, wenn kein grob fahrlässiges Verhalten des Carsharing-Nutzers vorliegt. Auch beim Fahren unter Alkoholeinfluss greift der Versicherungsschutz nicht. Darüber hinaus ist der Fahrer dazu verpflichtet, vor der Fahrt die Gesetzeskonformität des Autos zu überprüfen. Tut er dies nicht, muss er im Schadensfall die anfallenden Kosten selbst zahlen.

Einige Unternehmen bieten Nutzern einen Schutzbrief an, der Pannenhilfe garantiert. Dadurch sind sowohl die Gebühren für das Abschleppen des Autos als auch für ein Ersatzfahrzeug und eventuelle Übernachtungen in einem Hotel.

Aufgrund der zunehmenden Anzahl an Unfällen mit Carsharing-Fahrzeugen, ziehen Anbieter in Betracht, von neuen Kunden den Punktestand in Flensburg abzufragen und gegebenenfalls die Registrierung abzulehnen.

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Maßnahmen nach einem Carsharing-Unfall

Ist es beim Carsharing zu einem Unfall gekommen, müssen die Beteiligten wie bei jedem anderen Unfall auch bestimmte Maßnahmen ergreifen. Dazu zählen:

  • Absicherung der Unfallstelle (Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen)
  • Informieren des Rettungsdienstes bei Personenschaden und erste Hilfe leisten
  • Informieren der Polizei zur offiziellen Unfallaufnahme
  • Informieren des Carsharing-Anbieters
  • Erstellung eines Unfallprotokolls

Kein Schuldanerkenntnis ablegen

Nach einem Unfall sollte man in keinem Fall ein Schuldeingeständnis abgeben. Denn die eigentlichen Ursachen für einen Unfall können erst bei der Unfallermittlung umfassend geklärt werden. Möglicherweise trifft den Geschädigten eine Mitschuld. Ein abgelegtes Schuldanerkenntnis kann allerdings kaum zurückgenommen werden. Darüber hinaus besteht im Falle eines Schuldeingeständnisses die Gefahr, dass der Versicherungsschutz erlischt.

Welche Vorteile bringt privates Carsharing?

Privates Carsharing hat einige Vorteile – sowohl für den Mieter als auch für den Fahrzeughalter, also den Vermieter.

Die private Autovermietung bietet eine Palette an unterschiedlichen Fahrzeugtypen. So können sich Mieter das Kfz aussuchen, dass sie abhängig vom Verwendungszweck benötigen. Zudem ist privates Carsharing häufig kostengünstiger als eine gewerbliche Automietung.

Aber auch Fahrzeughalter profitieren davon, ihr Auto zu vermieten; gerade dann, wenn es nicht so oft gefahren wird. Denn ein zu langes Stehen des Kfz kann Schäden verursachen. So können zum Beispiel die Bremsscheiben rostig werden oder die Batterie leer gehen. Eine Vermietung des Autos beugt möglichen Schäden vor, da es regelmäßig gefahren wird. Ein weiterer positiver Effekt ist das finanzielle Zubrot durch die Vermietung. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Einnahmen durch privates Carsharing ab einer Höhe von 257 Euro versteuert werden müssen.

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