Beschleunigungsstreifen

Das Fahren auf der Autobahn mit hohen Geschwindigkeiten, die – zumindest in Deutschland aufgrund eines fehlenden generellen Tempolimits – nicht selten über 200 km/h betragen, lässt in der Regel bei allen Autofahrern aus verschiedenen Gründen das Adrenalin ansteigen; sei es aus Freude daran, ein leistungsstarkes Fahrzeug mit ordentlich PS über die Straßen bzw. Fahrbahnen zu “jagen” oder aus Respekt vor und Verunsicherung wegen derart hoher Geschwindigkeiten.

Doch bis man endlich auf der Autobahn fährt, muss zunächst über den sogenannten Beschleunigungsstreifen die Autobahnauffahrt “erklommen” werden. Das Auffahren bzw. das Einfädeln auf die Autobahn stellt dabei eine besondere Herausforderung dar und ist mit einer großen, häufig unterschätzten Unfallgefahr behaftet. Daher muss das Einfädeln von der Beschleunigungsspur auf die Autobahn zum einen mit großer Sorgfalt und Umsicht, zum anderen unter Einhaltung bestimmter gesetzlicher Regelungen erfolgen.

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Verstoß

Bußgeld

Punkte in Flensburg

beim Auffahren auf die Autobahn Vorfahrt des fließenden Verkehrs missachtet

75 Euro

1

... dabei andere gefährdet

90 Euro

1

Im Sinne der Verkehrssicherheit gelten für das Auffahren auf die Autobahn gesetzliche Vorschriften. So ist der auffahrende Kfz-Fahrer dazu verpflichtet, dem fließenden Verkehr Vorfahrt zu gewähren. Ein Verstoß kostet mindestens 75 Euro Bußgeld. Zudem droht ein Punkt in Flensburg.

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Beschleunigungsstreifen – extra Fahrspur zur Autobahnauffahrt

Bei einem Beschleunigungsstreifen handelt es sich um eine 250 Meter lange Fahrspur, die parallel zur Autobahn verläuft und über die Kfz-Fahrer auf die Autobahn auffahren können. Der Beschleunigungsstreifen wird auch als Einfädelungsstreifen oder Beschleunigungsspur bezeichnet. Nach Ende des Beschleunigungsstreifens (also nach den erwähnten 250 Metern) beginnt nahtlos der Seitenstreifen bzw. Standstreifen. Das Befahren des Seitenstreifens ist allerdings im Regelfall verboten.

Vor dem Auffahren auf die Autobahn ist eine Anpassung der Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr erforderlich; das heißt, die Fahrer, die sich auf der Beschleunigungsspur befinden, müssen ihre Geschwindigkeit entsprechend erhöhen. Für ein möglichst gefahrloses Auffahren auf die Autobahn ist es dabei auch erlaubt, den fließenden Verkehr (die Fahrzeuge auf der Autobahn) zu überholen. Im Idealfall sind die sich einfädelnden Fahrzeuge am Ende des Einfädelungsstreifens genauso schnell wie die Kfz auf der Autobahn.

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Wie verhält man sich beim Auffahren auf die Autobahn richtig?

Da das Einfädeln auf eine Autobahn ein erhöhtes Unfallrisiko birgt und aufgrund der hohen Geschwindigkeit auch die Unfallfolgen wesentlicher schwerwiegender sind, kommt dem Auffahren auf die Autobahn eine wesentliche Bedeutung zu. Das richtige Fahrverhalten und das Befolgen der geltenden gesetzlichen Vorschriften ist für die Verkehrssicherheit ganz entscheidend.

Grundsätzlich ist der fließende Verkehr auf der Autobahn vorfahrtsberechtigt. Der Kfz-Fahrer, der auf sich auf die Autobahn einfädeln möchte, hat keinen Anspruch darauf, “hereingelassen” zu werden und muss die Fahrzeuge auf der Autobahn vorbeifahren lassen. Im Gegensatz zu anderen mehrspurigen Fahrbahnen wird das bei einem Wegfall einer Fahrspur genutzte Reißverschlussverfahren beim Auffahren auf die Autobahn nicht angewendet (OLG Köln, Aktenzeichen 16 U 24/05 ).

Wie erwähnt muss der Fahrer auf dem Einfädelungsstreifen die Geschwindigkeit erhöhen, damit er diese der Fahrgeschwindigkeit des fließenden Verkehrs anpassen kann. Zudem ist beim Einfädeln auf die Autobahn wie bei einem “gewöhnlichen” Spurwechsel eine Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs und das Setzen des Blinkers erforderlich, um das geplante Einfädeln bzw. den Wechsel des Fahrstreifens rechtzeitig anzukündigen. So können Fahrzeugführer auf der Autobahn – auch wenn sie Vorfahrt haben – ihr Fahrverhalten anpassen und bei entsprechend freier Spur und wenn jegliche Gefährdung ausgeschlossen ist, ihrerseits auf die Überholspur wechseln und damit ein zügiges und sicheres Einfädeln auf die Autobahn ermöglichen.

Ist eine gefahrlose Einfädelung auf die Autobahn nicht möglich, der Beschleunigungsstreifen allerdings zu Ende, ist gegebenenfalls auf der Standspur weiterzufahren, bis ausreichend Platz vorhanden ist, um auf die Autobahn aufzufahren, ohne dabei jemanden zu behindern oder zu gefährden. In keinem Fall sollte der Fahrzeugführer am Ende des Beschleunigungsstreifens abbremsen oder gar stehen bleiben. Dies kann nämlich ebenfalls eine Gefährdung des Straßenverkehrs oder einen Unfall zur Folge haben.

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