Alkohol am Steuer

Alkohol ist eine der Hauptursachen für schlimme Verkehrsunfälle. Dabei unterschätzen die meisten Kfz-Fahrer, wie schnell die Fahrtauglichkeit beeinträchtigt wird. Bereits zwei Gläser Wein, also vergleichsweise wenig Alkohol, haben eine enorme Auswirkung auf die Reaktionsfähigkeit sowie auf die Koordinationsfähigkeit und Bewegungsabläufe des Fahrers.Auch die Wahrnehmung und das Sichtfeld sind gestört. So kann der Fahrer Abstände und Geschwindigkeiten nicht mehr richtig einschätzen. Die Folge sind Verkehrsunfälle, da der Fahrer zu dicht auffährt und zu spät bremst.

Die Gefährdung des Straßenverkehrs durch alkoholisierte Fahrer ist erheblich. Deswegen drohen für Alkohol am Steuer harte Strafen. Hier greift nicht nur das Verkehrsrecht, sondern auch das Strafrecht.

  • Sanktionen nach dem Verkehrsrecht: Bußgeld, Punkte in Flensburg, Fahrerlaubnisentzug
  • Sanktionen nach dem Strafrecht: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe, Punkte in Flensburg, Entzug der Fahrerlaubnis

Droht ein Bußgeld? Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft.

Alkohol am Steuer – diese Strafen drohen

Das Strafmaß für Alkohol am Steuer ist abhängig davon, ob es sich bei dem Vergehen um eine Ordnungswidrigkeit oder um eine Straftat handelt. Außerdem spielt es eine Rolle, ob der Betroffene ein Wiederholungstäter ist.

Verstößt der Fahrer das erste Mal gegen die 0,5-Promillegrenze, drohen ihm ein Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat. Bei einem zweiten oder dritten Verstoß erhöht sich das Bußgeld auf 1000 bzw. 1500 Euro. Das Fahrverbot beträgt dann drei Monate. Darüber hinaus wird gegebenenfalls eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet.

Gefährdet der alkoholisierte Fahrer den Straßenverkehr, erwarten ihn strafrechtliche Konsequenzen.

Bußgeld- und Strafenkatalog

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

Gegen die 0 Promillegrenze verstoßen

250€

1

-

Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze



...1. Verstoß

500€

2

1 Monat

...2. Verstoß

1000€

2

3 Monate

...3. Verstoß

1500€

2

3 Monate

Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss (bereits ab 0,3 Promille)

-

3

Freiheitsstrafe oder Entziehung des Führescheins

1,1 Promille Alkoholgehalt im Blut

-

3

Freiheitsstrafe, Gedstrafe oder Entziehung des Führerscheins

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Alkohol am Steuer: Promillegrenzen

Für Alkohol am Steuer gelten unterschiedliche Promillegrenzen. Davon ist es abhängig, ob eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat vorliegt.

Bei weniger als 0,5 Promille können Fahrer straffrei mit ihrem Kfz am Straßenverkehr teilnehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass keine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit vorliegt. Kommt es zu Ausfallerscheinungen und Fahrfehlern oder verursacht der Fahrer einen Unfall, handelt es sich je nach Sachlage auch bei einem geringeren Promillewert um eine Ordnungswidrigkeit oder um eine Straftat.

Liegt der Promillegehalt zwischen 0,5 und 1,09 Promille macht sich der Fahrer gemäß Straßenverkehrsgesetz (StVG) – unabhängig von etwaigen Ausfallerscheinungen – einer Ordnungswidrigkeit schuldig.

(1) Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt. (§ 24a Abs. 1 StVG)

Bei einem Promillewert ab 1,1 gilt der Fahrer als absolut fahruntauglich. In diesem Fall macht sich der Fahrer strafbar, wenn er mit seinem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt.

(1) Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315e) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist. (2) Nach Absatz 1 wird auch bestraft, wer die Tat fahrlässig begeht. (§ 316 StGB)

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Null-Promillegrenze

Für einzelne Personengruppen sieht der Gesetzgeber eine Null-Promillegrenze vor. Das bedeutet ein striktes Alkoholverbot. Bei einem Verstoß begeht der Betroffene mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Für folgende Personen ist Alkohol am Steuer tabu:

  • Fahranfänger in der Probezeit
  • Fahrzeugführer unter 21 Jahren
  • Berufskraftfahrer mit Personenbeförderung
  • Fahrer von Gefahrguttransporten

Die Gesetzesgrundlage bilden das StVG und die Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft).

(1) Ordnungswidrig handelt, wer in der Probezeit nach § 2a oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung eines solchen Getränks steht. (§ 24c Abs. 1 StVG)

(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 61 Abs. 1 Nr. 4 PBefG handelt auch, wer vorsätzlich oderfahrlässig […]

2. im Obusverkehr sowie im Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen als Mitglied des im Fahrdiensteingesetzten Betriebspersonals entgegen § 8 Abs. 3

a) während des Dienstes und der Dienstbereitschaft alkoholische Getränke oder andere die dienstliche Tätigkeit beeinträchtigende Mittel zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung solcher Getränke oder Mittel steht […] (§ 45 Abs. 2 BOKraft)

Werden Fahranfänger in der Probezeit mit Alkohol am Steuer erwischt, liegt ein A-Verstoß vor. Neben den festgelegten Sanktionen für das Vergehen an sich, erwarten Betroffene zusätzliche Konsequenzen: die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar.

Wie wird Alkohol am Steuer nachgewiesen?

Bei Verdacht von Alkohol am Steuer erfolgt ein entsprechender Nachweis durch einen Atemalkoholtest. Der Fahrer pustet hierbei in das Röhrchen eines Promillemessgerätes. Bei einem Messwert nahe dem gesetzlichen Grenzwert ist eine Fahruntauglichkeit anzunehmen ist. In diesem Fall wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um den genauen Alkoholgehalt zu ermitteln.

Ein Atemalkoholtest ist freiwillig, eine Blutuntersuchung kann der Fahrer dagegen nicht ablehnen. Besteht der Verdacht auf Alkohol am Steuer sind Polizisten dazu berechtigt, eine Blutuntersuchung zu veranlassen, für die kein offizieller richterlicher Beschluss erforderlich ist.

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Restalkohol

Am Morgen nach dem Alkoholkonsum erwartet den Betroffenen häufig nicht nur ein Kater. Besonders tückisch ist der Restalkohol im Blut. Dieser wird von den meisten Verkehrsteilnehmern unterschätzt. Der Körper baut den Alkohol nur sehr langsam ab, circa 0,1 Promille in der Stunde. Abhängig von der konsumierten Alkoholmenge und der körperlichen Verfassung kann sich der vollständige Alkoholabbau über viele Stunden erstrecken. Ist die Promillegrenze am nächsten Morgen noch im roten Bereich, muss der Fahrer in einer Verkehrskontrolle mit Sanktionen wegen Alkohol am Steuer rechnen.

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Promillegrenzen für Fahrradfahrer

Auch Radfahrer müssen sich an Promillegrenzen halten. Diese sind höher angesetzt als bei Kfz-Fahrern. So können sich Fahrradfahrer bis zu einem Promillewert bis 1,6 straffrei in den Sattel setzen, sofern es weder zu Ausfallerscheinungen kommt noch ein Unfall passiert. In diesem Fall liegt bereits bei 0,3 Promille eine Straftat vor. Der Radfahrer macht sich ebenfalls strafbar, wenn er die 1,6-Promillegrenze überschreitet und auf dem Drahtesel fährt.

Der Gesetzgeber ahndet die Tat mit einer Geldstrafe, drei Punkten in Flensburg und einer MPU. Besteht der Radfahrer die MPU nicht, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines Radfahrverbots. Der Betroffene darf dann nicht mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sein.

Alkohol am Steuer: Regelungen im Ausland

Im Ausland wird Alkohol am Steuer ebenfalls sanktioniert. Wie in Deutschland gilt in anderen EU-Ländern größtenteils eine 0,5-Promillegenze. Dazu zählen beispielsweise Italien, Frankreich und Spanien. Großbritannien und Malta erlauben einen Promillewert von 0,8.In den meisten osteuropäischen Staaten ist Alkohol am Steuer dagegen strikt verboten, die Promillegrenze liegt bei 0,0.

Das Strafmaß bei einem Verstoß gegen die Promillegrenzen ist unterschiedlich hoch. Während die Bußgelder in Italien (ab 530 Euro) und Spanien (ab 500 Euro) ähnlich wie in Deutschland ausfallen, erwartet Verkehrssünder in Großbritannien die höchste Strafe mit einem Bußgeld bis zu 5980 Euro. Frankreich bittet Übeltäter mit mindestens 135 Euro zur Kasse und sieht darüber hinaus eine Freiheitsstrafe vor, wenn es infolge von Alkohol am Steuer zu einem Verkehrsunfall kommt.

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